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Guttenberg verlangt Garantien Fiat will in Berlin um Opel werben

04.05.2009 ·  Fiat, Magna oder ein Finanzinvestor - wer darf Opel retten? Darum geht es dieser Tage in Berlin. An diesem Montag legt Fiat-Chef Sergio Marchionne Wirtschaftsminister zu Guttenberg sein Konzept vor.

Von Konrad Mrusek und Claus Peter Müller
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Fiat-Chef Sergio Marchionne will am Montag in Berlin Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ein Konzept vorlegen, wie er den angeschlagenen Autohersteller Opel retten will. Der Minister formulierte dazu am Wochenende mehrere Bedingungen. Danach müsse jeder Interessent ein Konzept vorlegen, das langfristig tragfähig sei und auch zeige, welche Standorte von Opel in Europa erhalten würden. „Auf finanzielle Abenteuer zu Lasten des Steuerzahlers dürfen wir uns nicht einlassen“, versicherte Guttenberg. „Eine staatliche Beteiligung an Opel bleibt für mich nicht vorstellbar. Es kann höchstens um eine zeitlich begrenzte Verbürgung von Darlehen gehen.“

Nach dem Treffen mit Guttenberg spricht Marchionne auch mit dem SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier, mit dem SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering sowie mit Klaus Franz, dem Vorsitzenden des Betriebsrats von Opel. Dieser hat sich bisher am deutlichsten gegen ein Engagement des italienischen Autoherstellers Fiat ausgesprochen, weil er um Arbeitsplätze fürchtet.

Bund beharrt auf einer Sicherung der Standorte

Um Opel und um mögliche Staatsbürgschaften bewerben sich ebenso der kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna sowie offenbar auch ein europäischer Finanzinvestor, dessen Name bisher allerdings nicht öffentlich wurde. Magna stellte schon in der vergangenen Guttenberg in Berlin ein erstes Grobkonzept vor, das nun mit Zahlen ergänzt werden soll. Nach einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ sollen Magna angeblich 5 und Fiat knapp eine Milliarde Euro für eine Mehrheitsbeteiligung an Opel bieten.

Der Wirtschaftsminister versicherte, er gehe offen in die Gespräche mit Fiat. Auf dem Parteitag der Thüringer CDU in Erfurt sagte Guttenberg, es gebe zwei Interessenten für den Autohersteller. Nun wollten jene, die zuvor nörgelten, dass es keine Interessenten gebe, die vorhandenen Bewerber „in den Orbit schicken“. Beide, Fiat und Magna, „haben großes Interesse, die Standorte zu sichern“. In der gegenwärtigen Gemengelage seien auch die Chancen für den Standort Eisenach nicht gesunken. Der Minister beteuerte, die Bundesregierung werde Standortsicherung betreiben, das stehe außer Frage.

Überleben nur sechs große Autokonzerne die Krise?

Fiat-Präsident Luca de Montezemolo sieht in Opel einen optimalen Partner für den italienischen Autohersteller nach dem Einstieg beim insolventen amerikanischen Chrysler-Konzern. „Opel wäre jetzt der ideale Partner eines großen Fiat-Konzerns“, sagte Montezemolo in einem Gespräch mit der Mailänder Zeitung Corriere della Sera. Man verfahre nach einer präzisen Strategie, versicherte der Fiat-Präsident.

Auch Marchionne hatte zuvor Opel als perfekte Ergänzung zum Turiner Fiat-Konzern gelobt. Er hatte vor Anfang 2009 prophezeit, dass nach der Krise nur sechs große Automobilkonzerne auf der ganzen Welt die Krise überleben würden und jeder von ihnen eine Produktion von jährlich mindestes sechs Millionen Autos haben müsse.

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