Die japanische Zentralbank hat dem Geldmarkt angesichts der Finanzkrise am Donnerstag weitere Liquidität in Rekordhöhe zur Verfügung gestellt. Am 17. Handelstag in Folge pumpte die Bank of Japan (BoJ) abermals in zwei Schritten 4,0 Billionen Yen (29,2 Milliarden Euro) in den Markt, um für Stabilität zu sorgen. Das war die bislang größte Tagesoperation zur Bereitstellung zusätzlicher Liquidität.
Auf diese Weise versucht die Zentralbank die Kosten für kurzfristige Kredite im Interbankengeschäft zu drücken, um die Banken des Landes dazu zu bewegen, sich gegenseitig mehr Mittel zu leihen.
Nikkei abermals im Minus
Nach der gemeinsamen Leitzinssenkung der wichtigsten Notenbanken weltweit, der sich in der Nacht auch Taiwan und Südkorea anschlossen, hofften die Händler auf weitere staatliche Hilfen. Der wichtigste Index des Kontinents, der japanische Nikkei, schloss nach anfänglichen Gewinnen abermals im Minus. Viele Händler blieben skeptisch. Zulegen konnten exportorientierte Unternehmen, die in den vergangenen Tagen stark verloren hatten. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss nach seinem Rekordeinbruch am Mittwoch erneut 0,5 Prozent tiefer. Er verlor im späten Handel anfängliche Gewinne und schloss bei 9157 Punkten - dem tiefsten Stand seit über fünf Jahren. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 0,7 Prozent auf 905 Zähler.
Angesichts der weiterbestehenden Unsicherheit im Markt blieben die Kreditbedingungen weiter angespannt. Die von den Banken erhobenen Kosten für gegenseitige Ausleihungen sind gestiegen, weil das Vertrauen als Folge der globalen Finanzkrise stark angeschlagen ist.
Japans Regierung berät über zusätzliche Hilfen
Unterdessen wies der neue japanische Ministerpräsident Taro Aso seine Koalitionsregierung an, neben einem bereits geplanten milliardenschweren Konjunktur-Notprogramm weitere zusätzliche Maßnahmen auszuarbeiten, um die Wirtschaft anzukurbeln. Die neuen Maßnahmen sollen laut Medien in Kürze nach der Verabschiedung eines Nachtragsetats durch das Parlament vorgelegt werden. Zur Finanzierung des Pakets werden neue Staatsanleihen nicht ausgeschlossen, hieß es. Neue Maßnahmen seien nötig, da der Ausblick für die globale Finanzlage und deren Auswirkungen auf die reale Wirtschaft „extrem unsicher“ sei, wurde Aso zitiert.
Die Regierung hatte bereits zuvor ein 11,7 Billionen Yen schweres Notprogramm erarbeitet, um die Auswirkungen der steigenden Energie- und Lebensmittelpreise auf die Haushalte und die Unternehmen abzumildern.
Hochkonjunktur der Pumpen
georg hellner (georg58)
- 09.10.2008, 13:45 Uhr
