06.02.2009 · Die Wirtschaftskrise hat die Zeitarbeitsbranche voll erwischt. Im Dezember sank die Beschäftigtenzahl gegenüber dem Vormonat um fast 10 Prozent auf rund 650.000. Das sind 150.000 weniger als noch im Juli, als die Zeitarbeit mit 800.000 Beschäftigten ihren bisherigen Höchststand erreicht hatte. Doch es gibt Lichtblicke.
Von Sven AstheimerDie Wirtschaftskrise hat die Zeitarbeitsbranche voll erwischt. Im Dezember sank die Beschäftigtenzahl gegenüber dem Vormonat um fast 10 Prozent auf rund 650.000. Das sind 150.000 weniger als noch im Juli, als die Zeitarbeit mit 800.000 Beschäftigten ihren bisherigen Höchststand erreicht hatte. Das geht aus dem neuen Zeitarbeitsindex hervor, den das Institut der deutschen Wirtschaft für den Zeitarbeitgeberverband BZA erhebt und der der F.A.Z. vorliegt.
BZA-Hauptgeschäftsführer Ludger Hinsen führt zwei Drittel des Rückgangs auf die schlechte Wirtschaftslage zurück. Der Dezember gilt zudem als umsatzschwächster Monat. Dass die Zeitarbeit härter getroffen ist als andere Branchen, lässt sich an ihrem Anteil an der Gesamtbeschäftigung ablesen, der von 3 auf 2,5 Prozent gesunken ist. Besonders betroffen sind klassische Industrieregionen wie der Großraum Stuttgart/Heilbronn mit einem Minus von fast 17 Prozent.
Lichtblick: Dienstleistungen relativ stabil
Als „Lichtblick“ bezeichnete Hinsen, dass die Nachfrage nach Dienstleistungen relativ stabil sei, Dienstleistungszentren wie das Rhein-Main-Gebiet (- 4), Hamburg (- 5,8) und Berlin (- 6,5) zeigten sich robust. Eine Mitgliederbefragung des BZA ergab, dass jedes zweite Unternehmen auch im ersten Halbjahr 2009 mit weniger Beschäftigten plant. Nur jedes siebte will Arbeitsplätze schaffen. Es wird ein Minus von 8,5 Prozent erwartet.
Sven Astheimer Jahrgang 1972, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.
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