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Sylt Unfreiwillige Feuerwehr

09.06.2008 ·  Als über das Zusammengehen der beiden größten Gemeinden auf Sylt verhandelt wurde, ging es auch um eine größere Freiwillige Feuerwehr, vielleicht sogar eine Feuerwehr für die ganze Insel. Derzeit gibt es dort elf Wehren. Und die haben große Probleme, auf der Ferieninsel genug Kameraden zusammenzubekommen.

Von Frank Pergande
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Gleichzeitig mit den Kommunalwahlen in Schleswig-Holstein am 25. Mai gab es auf der Nordseeinsel Sylt einen Bürgerentscheid über den Zusammenschluss der beiden größten Gemeinden. Das sind Westerland und Sylt-Ost. Eine knappe Mehrheit der Bürger sprach sich dafür aus.

Das war die Voraussetzung dafür, dass es von 2009 an in der Mitte der knapp vierzig Kilometer langen Insel eine Großgemeinde geben kann. Ende des Jahres müssen allerdings die eben gewählten neuen Gemeindevertreter den Vertrag über den Zusammenschluss noch formell beschließen.

Als über das Zusammengehen verhandelt wurde, ging es auch um eine größere Freiwillige Feuerwehr, vielleicht sogar eine Feuerwehr für die ganze Insel. Derzeit gibt es dort elf Wehren. Und die haben große Probleme, auf der Ferieninsel genug Kameraden zusammenzubekommen.

Am schlimmsten ist es im Norden der Insel in List. Dort schickte die Verwaltung schon 2005 Briefe an fünfzig Männer mit der Aufforderung, sich zum Feuerwehrdienst zu melden - nicht zur Freude der Männer, versteht sich. Die Feuerwehr war zu diesem Zeitpunkt auf 18 Mann geschrumpft, wo doch eigentlich 43 gebraucht werden. Das war überhaupt nach sechzig Jahren wieder der erste Einberufungsbescheid für eine Feuerwehr.

Tatsächlich dürfen die Einwohner einer Gemeinde - so wie sie als Wahlhelfer eingesetzt werden - auch zum Dienst in der Feuerwehr verpflichtet werden. Wer dem nicht nachkommt, erhält erst einmal einen Bußgeldbescheid in Höhe von 150 Euro. Die Zwangsrekrutierung in List bedeutete gleichzeitig die Auflösung der Freiwilligen Feuerwehr.

Von den 2700 Einwohnern in List lebt nur die Hälfte ständig im Ort. Vor allem seit Auflösung der Marineversorgungsschule fehlten der Feuerwehr die Freiwilligen. Allerdings ist man in List optimistisch, dass es bald vorbei sein kann mit den Zwangsmaßnahmen. Denn es ziehen wieder mehr Bewohner in den Ort, vor allem weil im Tourismus und im neuen Umwelt-Erlebnis-Zentrum Arbeitsplätze entstehen.

Aus einer Feuerwehr für ganz Sylt wurde übrigens nichts. Bei einem Notfall seien die Wege zu weit, hieß es.

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Jahrgang 1958, politischer Korrespondent für Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern mit Sitz in Schwerin.

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