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Schwerin Gartenschau ohne Tempelbau

 ·  Am 23. März beginnt in Schwerin die Bundesgartenschau. Dann wird nicht nur die Restaurierung des Schlosses weitgehend abgeschlossen, sondern auch der Schlossgarten wieder erlebbar sein. Eigentlich sollte auch der Jugendtempel im südlichen Zipfel des barocken Teils des Gartens mit der Hilfe von Sponsoren wiedererrichtet werden. Daraus wird nichts.

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Am 23. März beginnt in Schwerin die Bundesgartenschau. Dann wird nicht nur die Restaurierung des Schlosses weitgehend abgeschlossen, sondern auch der Schlossgarten wieder erlebbar sein. Schon jetzt sind die Schweriner beim Sonntagsspaziergang entzückt über Sichtachsen, die jahrzehntelang verloren waren. Eigentlich sollte auch der Jugendtempel im südlichen Zipfel des barocken Teils des Gartens mit der Hilfe von Sponsoren wiedererrichtet werden. Bei der Bundesgartenschau heißt es, man wisse nicht ganz genau, wie der 1964 abgetragene Tempel ausgesehen habe.

Die Baupläne liegen im Stadtarchiv, zum Teil wurden sie sogar in jüngster Zeit veröffentlicht. Nun sollte ein modern aufgefasster Tempel entstehen, sozusagen ein neuer Jugendtempel, erbaut von der Jugend von heute. Es wurde ein Architekturwettbewerb ausgelobt, an dem sich Studenten norddeutscher Hochschulen beteiligen konnten. Gerade einmal zwölf Entwürfe kamen zusammen. Eine Jury wählte den Sieger aus, einen „umsetzbaren, zeitgemäßen Vorschlag, der sich in moderner Formensprache gut in die örtlichen Gegebenheiten der Kulturlandschaft des südlichen Schlossgartens einfügt“.

Die Bundesgartenschau selbst wollte das Fundament errichten. Der Absatzförderungsfonds der deutschen Forst- und Holzwirtschaft wollte das Spezialholz liefern, denn der Tempel sollte vor allem aus Holz bestehen. Das Landesamt für Denkmalpflege und die Untere Denkmalbehörde hatten zugestimmt. Doch nun wird nichts aus den Plänen: Die Holzindustrie beteiligt sich wegen der Wirtschaftskrise nicht. Der Hügel, auf dem sich einst der kleine Tempel erhob, soll deshalb anders gestaltet werden.

„Es ist uns wichtig, dass die außergewöhnlichen Blickbeziehungen zum Greenhouse-Garten und zum Faulen See wieder erlebbar werden“, sagt Jochen Sandner, Geschäftsführer der Bundesgartenschau. Nun soll auf dem Hügel lediglich eine Ausstellung mit historischen Abbildungen und den studentischen Tempelentwürfen zu sehen sein. Sandner meint, vielleicht werde so eine Diskussion über den Neubau angeschoben. Und vielleicht habe dann noch jemand eine Idee für die Finanzierung.

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Jahrgang 1958, politischer Korrespondent für Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern mit Sitz in Schwerin.

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