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Loreley Ein Hotel auf dem Felsen

28.04.2008 ·  Die Deutschen verstehen kein Spaß, wenn es um die Loreley geht. Nun will ein Investor aus Südkorea dort ein Luxushotel errichten. Die örtlichen Politiker fragen sich: Ist das nun gut oder schlecht?

Von Thomas Holl
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Für Generationen von Touristen und Romantikern aus aller Welt ist der 132 Meter hohe Schieferfels am Rhein bei St. Goarshausen der deutsche Sehnsuchtsort schlechthin. Unsterblich wurde er durch Heinrich Heines Gedicht über die "Lore-Ley". Mit ihrem Gesang habe die blonde Jungfrau, so erzählt es die von Heine melancholisch ausgeschmückte Legende, die Schiffer auf dem Rhein verzaubert, so dass sie von den Wellen verschlungen wurden.

Verzaubert hat der Felsen mit seinem atemberaubenden Ausblick auf das Obere Mittelrheintal und seine Ritterburgen auch Investoren aus Südkorea, die auf dem Plateau für 70 bis 80 Millionen Euro ein Vier-Sterne-Hotel sowie Appartements für preiswerte Übernachtungen errichten wollen. Zielgruppe sind Touristen aus Südkorea, wo deutsche Kultur auch Jüngere begeistert.

Über einen in Boppard lebenden Mittelsmann ließen die Investoren aus Seoul bei den Grundstücksbesitzern, darunter der Loreleygemeinde Bornich, die Verkaufsbereitschaft erkunden. Im rheinland-pfälzischen Innenministerium wurde die Geschäftsidee schon dem zuständigen Staatssekretär Roger Lewentz (SPD) vorgestellt. Hinzugezogen wurde auch Kulturstaatssekretär Joachim Hofmann-Göttig (SPD). Denn es geht nicht zuletzt um die Vereinbarkeit mit den Anforderungen der Unesco für den 2002 an das Obere Mittelrheintal vergebenen Weltkulturerbe-Titel.

„Es darf dort kein vom Rheintal aus sichtbares Gebäude entstehen. Ein Hochhaus geht also nicht“, sagt Lewentz. Erfreulicherweise hätten die Investoren aber keine solchen Pläne. Eine weitere Bedingung ist die Zugänglichkeit dieses „national bedeutsamen Ortes“ für Besucher. Auch dies sei zugesagt worden.

Aus Sicht des aus dem Rheintal stammenden SPD-Politikers Lewentz könnte das Projekt den schleichenden Bedeutungsverlust der Loreley für jüngere Besucher stoppen. Denn auch ein paar Rockkonzerte pro Jahr auf der Open-Air-Bühne haben die Attraktivität des Ortes in dieser Altersgruppe nicht steigern können. Neben Wanderern und Kegelclubs lockt die Loreley nicht die erhofften Scharen zahlungskräftiger Gäste.

Nach den Sommerferien soll Klarheit über den möglichen Kauf aller für das Projekt benötigten Flächen, aber auch über alle rechtlichen Fragen herrschen.

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Jahrgang 1960, politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

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