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Hoyerswerda Wiedersehen am WK 8

 ·  In der Hoyerswerdaer Neustadt treffen sich ehemalige Plattenbau-Bewohner, um nach Spuren ihrer Kindheit zu suchen. Tausende Menschen haben ihre Heimatstadt verlassen, viele - einst moderne - Wohnblöcke sind längst verschwunden.

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Wer nach Jahren zurückkehrt in seine Heimatstadt, besichtigt gern die ehemalige Schule, den Spielplatz, das Elternhaus. Als Ina Metan vor gut einem Jahr ihre Heimatstadt Hoyerswerda besuchte, fand sie sich zunächst gar nicht mehr zurecht. „Ich stand auf einer großen Wiese, Wohnungen und Schulen waren weg, Straßen nicht mehr auffindbar“, sagt die 34 Jahre alte Frau. „WK 8 gab es nicht mehr.“

WK 8 stand einst für „Wohnkomplex 8“, eines von zehn modernen Wohnvierteln in der Hoyerswerdaer Neustadt, die seit den fünfziger Jahren für die Mitarbeiter in den umliegenden Braunkohlen-Tagebauen und dem Gaskombinat „Schwarze Pumpe“ entstanden. 1982 wohnten mehr als 70.000 Menschen in Hoyerswerda, davon 60.000 in der Neustadt. „Hoywoy“, wie die Einheimischen sagen, galt als kinderreichste Stadt der DDR.

Seit 1990 hat sich die Einwohnerzahl trotz Eingemeindungen halbiert. „Bis 2020 werden es wohl noch mal 10 000 weniger sein“, sagt Baudezernent Dietmar Wolf. 8000 Wohnungen sind deshalb bereits „zurückgebaut“, 4000 weitere sollen folgen. Im Jahr 2000 traf die Abrissbirne den ersten Wohnblock im WK 8. „Wir haben in der Merzdorfer Straße 13 gewohnt“, sagt Ina Metan.

Wie die meisten der 7000 Anwohner hier im sechsgeschossigen Plattenbau verfügte sie über zwei bis vier Zimmer, Küche, Bad. Krippe, Kindergarten und drei Schulen waren gegenüber, auch die Kaufhalle nicht weit. „Am schönsten waren die Spielplätze.“ Nichts ist davon geblieben. „Da haben meine Schwester und ich beschlossen, ein Ehemaligentreffen zu organisieren“, erzählt Frau Metan. „Unsere Eltern fahren nach Ostpreußen, um nach Spuren ihrer Kindheit zu suchen, wir wollen hier unsere Freunde wiedertreffen.“

An diesem Wochenende steigt das große Wiedersehen mit Klassentreffen, Fußballturnier, Disko und Familienfest und mitten auf der Wiese, wo einst das WK-8-Zentrum war. Das Interesse ist riesig. Viele ehemalige Hoywoys leben heute verstreut in ganz Deutschland. Die weiteste Anreise bisher meldete eine Frau aus den Niederlanden. Sie floh 1989 über Ungarn und will am Wochenende Freunde und Bekannte wiedersehen. Zum Verabschieden blieb damals keine Zeit.

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