30.07.2008 · Vom Hamburger Wein gibt es je nach Ernte 35 bis 50 Flaschen. Das ist wenig. Am Mittwoch konnte sich die Stadt trotzdem als Weinstandort fühlen.
Von Frank PergandeVom Hamburger Wein gibt es je nach Ernte 35 bis 50 Flaschen. Er ist also etwas ganz Exklusives. Der Hamburger Weinberg liegt über den Landungsbrücken am Stintfang, weshalb der Wein auch Stintfang Cuvée genannt wird - oder auch Hanse Primeur. Der Wein wird als „trocken, säurebetont und entsprechend der meernahen Lage etwas würzig“ beschrieben.
Es leuchtet jedem ein, dass das verregnete Hamburg kein klassisches Weinanbaugebiet werden kann, auch wenn die Hamburger es gern so hätten. Das Grundstück gehört der Stadt Hamburg, genauer dem Bezirksamt Mitte. Der Weinberg selbst aber ist im Besitz der Hamburger Bürgerschaft. Der Bürgerschaftspräsident hat die Schlüsselgewalt über den Weinkeller. Besondere Gäste bekommen eine Flasche geschenkt, aber natürlich auch der Bürgermeister und jeder der Senatoren.
Am Mittwoch stellte Bürgerschaftspräsident Berndt Röder nicht nur den neuen Wein vor, sondern auch das neue Etikett. Ingo Offermanns, Professor für Grafik an der Hochschule für bildende Künste Hamburg, hat es entworfen. Es sieht edel, eben hanseatisch aus. Die Weinpräsentation war im Rathaus mit Blick auf den Rathausmarkt, wo derzeit wieder einmal weinselig das eigentliche Geheimnis des Hamburger Weins gelüftet wird: die enge Verbindung nach Stuttgart.
Der Verkehrsverein Pro Stuttgart veranstaltet jedes Jahr das Stuttgarter Weindorf auf dem Rathausmarkt. Sechzig Weinlauben sollen die Hanseaten zwei Wochen lang davon überzeugen, wie gut bei den Schwaben gegessen und getrunken wird.
Am Mittwoch gab es aber noch mehr Wein: Der Erste Bürgermeister Ole von Beust (CDU) übergab beim Norddeutschen Regatta-Verein eine Sechs-Liter-Flasche Rotspon. Das war sein Dankeschön für den Gewinn der diesjährigen Rotspon-Regatta in der vergangenen Woche in Travemünde. Die Hamburger mit Beust besiegten bei dieser Gelegenheit das Lübecker Boot mit Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) an Bord. Das war den Hamburgern zuletzt 2004 gelungen.
Frank Pergande Jahrgang 1958, politischer Korrespondent für Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern mit Sitz in Schwerin.
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