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Garmisch-Partenkirchen Große Schanze, große Ziele

 ·  Im Zuge des „großen Rucks“, den Garmisch-Partenkirchens Erster Bürgermeister Thomas Schmid derzeit in seiner Heimat ausmacht, wurden unter anderem die Kandaharabfahrt umgebaut, neue Pisten gebaut und Beschneiungsteiche angelegt. Nicht alle finden das gut.

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Eingeweiht wurde die Große Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen zwar schon im vergangenen Jahr. Aber erst an diesem Donnerstag, wenn die Herren Ammann, Schlierenzauer und Schmitt im Reigen ihrer Skifreunde zum Neujahrsspringen der Vierschanzentournee hier östlich des Ortsteils Partenkirchen in den Abgrund gleiten, wird die neugebaute Schanze erstmals vollständig zum Einsatz kommen - einschließlich des Aufzugs, der die Skispringer nach oben befördert.

Der Ausbau seiner Skianlagen im Vorfeld der Skiweltmeisterschaft 2011 und der Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2018 kommt den Markt Garmisch-Partenkirchen teuer zu stehen. Allein der im April 2007 begonnene Neubau der Großen Schanze, der einst zehn Millionen Euro kosten sollte, wird nun zwischen 14,5 und 17,5 Millionen Euro kosten; knapp fünf Millionen Euro erhält der Markt dabei als Zuschüsse.

Im Zuge des „großen Rucks“, den Garmisch-Partenkirchens Erster Bürgermeister Thomas Schmid vom Christlich-Sozialen Bündnis, das aus einer Abspaltung von der CSU entstand, derzeit in seiner Heimat ausmacht, wurden unter anderem die Kandaharabfahrt umgebaut, neue Pisten gebaut und Beschneiungsteiche angelegt, aus denen die Schneekanonen mit Wasser versorgt werden. Man habe „große Ziele“ und wolle "auf dem internationalen touristischen und sportlichen Parkett wieder maßgeblich mitreden".

Doch obgleich im Gemeinderat die Vorhaben mit großer Mehrheit oder gar einstimmig gebilligt wurden, regt sich Widerstand im Markt. Als „Anachronismus“ bezeichnet Axel Doering, der Kreisvorsitzende des Bundes Naturschutz, den Ausbau der Skigebiete. Denn aufgrund des Klimawandels werde es immer schwieriger, Skigebiete in niedrigeren Lagen zu unterhalten. Auch seien allein 2008 dem Ausbau der Gebiete rund zwölf Hektar Bergwald zum Opfer gefallen. Der aber sei für die Stabilität der Hänge unentbehrlich; „jede Nadel, jedes Blatt“ halte Regen auf. Alles stecke die Gemeinde in diese Projekte, sie verschulde sich, verkaufe Sozialwohnungen.

Bürgermeister Schmid weist diese Vorwürfe zurück. Zwar habe man „nicht mehr benötigte Liegenschaften des Marktes“ verkauft, allerdings bestehe kein Zusammenhang mit den Investitionen. Und auch wenn Garmisch-Partenkirchen derzeit rund 35 Millionen Euro Schulden habe, stehe der Haushalt dennoch „auf sicheren Füßen“.

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Jahrgang 1980, Redakteur in der Politik.

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