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Banken Allianz will Dresdner Bank aufspalten

27.09.2005 ·  Das Kleinkundengeschäft soll von Investmentbank und Firmenkunden getrennt werden: Die Restrukturierung der Allianz wird mit einer grundlegenden Neuausrichtung der Dresdner Bank fortgesetzt.

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Der Vorstandsvorsitzende der Allianz, Michael Diekmann, will die Restrukturierung des Versicherungskonzerns langfristig mit einer grundlegenden Neuausrichtung der Dresdner Bank fortsetzen. In einer Konferenz Mitte vergangener Woche deutete Diekmann gegenüber führenden Investmentbankern in London Eckpfeiler einer Strategie für die weitere Zukunft der Dresdner Bank und der Londoner Investmentbank, Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW), an.

Danach wird die Investmentbank DrKW auf Dauer nahtlos mit dem Firmenkundengeschäft der Dresdner Bank (Corporate Bank) zusammengeführt. Ziel ist es, diesen Bereich als Einheit zu führen. Der Vorstandssprecher der Dresdner Bank, Herbert Walter, hatte schon im Sommer angekündigt, daß die Bank in Deutschland die große Investmentbank-Alternative zur Deutschen Bank werden wolle. Diekmann ließ in London offen, wann DrKW mit dem Firmenkundengeschäft der Dresdner Bank verschmolzen werden könnte. Allerdings soll Andreas Leimbach, der Anfang nächsten Jahres Nachfolger des zur Allianz wechselnden Firmenkundenvorstandes Karl Ralf Jung wird, offenbar zügig für eine Integration der DrKW mit dem Firmenkundengeschäft sorgen. Ansätze dieser Politik werden seit November 2004 verfolgt.

Nach Angaben von Investmentbankern deutete Diekmann gleichzeitig an, daß für das Kleinkunden- und Filialgeschäft der Dresdner Bank auf Dauer eine vollständige Integration in die neue Vertriebsgesellschaft der Allianz angestrebt werden könnte. Dies ist wegen der Klärung von bankaufsichtsrechtlichen Fragen nicht so einfach. Wie angekündigt, soll die neue Vertriebsgesellschaft der Allianz Anfang 2006 ihr Geschäft aufnehmen. Theoretisch hätte die Allianz mit der Integration des Kleinkundengeschäftes der Dresdner Bank eine Vertriebsgesellschaft, die über einen kompletten Strauß von Allfinanzprodukten verfügte.

Ausgründen? Verkaufen?

Diekmann sagte jedoch nicht, wie die effektive Spaltung der Dresdner Bank rechtlich vorgenommen werden soll. In Kreisen der Allianz heißt es, das Kleinkundengeschäft könne zum Beispiel ausgegründet und in die neue Vertriebsgesellschaft der Allianz eingebracht werden. Allerdings wird im Konzern seit längerem an der Trennung des Kleinkundengeschäftes vom Firmenkundengeschäft gearbeitet. Eine solche Trennung der Sparten scheine heute leichter als vor zwei Jahren. Ein denkbares Konzept wäre, daß die in Frankfurt im Handelsregister eingetragene Dresdner Bank letztlich nur noch das Firmenkundengeschäft mit dem integrierten Investmentbanking umfassen könnte. Damit bliebe langfristig die Möglichkeit eines Verkaufs offen. Sprecher der Allianz in München und der DrKW in London wollten dies nicht kommentieren.

Auch scheint es verfrüht, darüber nachzudenken, welchen Hauptsitz die dann integrierte Firmenkundenbank langfristig haben soll. Am liebsten sähen es die Londoner Investmentbanker, daß die verschmolzene Corporate-Bank aus der City gesteuert würde. Allerdings hängen das Firmenkundengeschäft der Dresdner Bank und der Großteil des Investmentbanking der DrKW von deutschen Firmenkunden ab. Dies legt einen Hauptsitz und die Steuerung der verschmolzenen Firmenkundenbank von Frankfurt aus nahe. Das sind Fragen mit personalpolitischen Konsequenzen, die auf Dauer von der Allianz noch beantwortet werden müssen. Beobachter glauben, daß Diekmann die Phase seiner beherzten Umstrukturierung des Konzerns nicht verstreichen lassen wird, ohne die Neuorganisation von Dresdner Bank und DrKW gelöst zu haben.

Quelle: bes., F.A.Z., 28.09.2005, Nr. 226 / Seite 13
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