25.01.2008 · Eric Schmidt, der Vorstandschef von Google, Sergej Brin, einer der Unternehmensgründer und Chad Hurley, der Gründer von Youtube, nutzen das Weltwirtschaftsforum in Davos, um sich mit so vielen Politikern wie möglich zu treffen. In einem Pressegespräch stellten sie sich gemeinsam den Fragen der Journalisten.
Eric Schmidt, der Vorstandschef von Google, Sergej Brin, einer der Unternehmensgründer und Chad Hurley, der Gründer von Youtube, nutzen Davos vor allem als Plattform, um sich mit so vielen Politikern wie möglich zu treffen. Google und seine Tochter Youtube sind längst ein Faktor mit hohem gesellschaftlichen und auch politischen Einfluss geworden. In einem Pressegespräch stellten sie sich gemeinsam den Fragen der Journalisten.
Wie wirkt sich die große Verunsicherung an den Aktienmärkten im Zuge der amerikanischen Immobilienkrise auf Ihr Geschäft aus?
Wir befinden uns kurz vor der Vorlage unserer jüngsten Quartalszahlen in der kommenden Woche. Wir haben uns deshalb überlegt, auf diese Frage in Davos auch in allgemeiner Form besser nicht zu antworten.
Wie läuft denn das Geschäft in Europa?
Unglaublich gut.
Google investiert in immer mehr Geschäftsbereiche jenseits der klassischen Internetsuche. Jetzt beteiligt sich Ihr Unternehmen auch an der jüngsten Auktion von Mobilfunk-Frequenzen in den Vereinigten Staaten. Verzettelt sich das Unternehmen?
Wir glauben, dass es nicht gesund wäre, sich nur auf die drei Bereiche Suche, Werbung und Landkarten zu stützen. Deshalb investieren wir in eine Vielzahl weiterer Aktivitäten – und schauen einmal, wie sie sich entwickeln.
Führt Google dazu, dass die Menschen immer dümmer werden, weil sie sich in der Gewissheit, jede Information schnell im Internet finden zu können, nichts mehr zu merken brauchen?
Da möchten wir deutlich widersprechen. So funktioniert das menschliche Gehirn nicht. Das Internet raubt uns doch nicht die Möglichkeit, zu lernen. Ganz im Gegenteil. Richtig ist vielmehr, dass die Fähigkeit zu einer Internetsuche, die auch die richtigen und qualitativ hochwertigen Ergebnisse bringt, Teil einer guten Ausbildung junger Menschen wird. So etwas lernt man doch heute in der Schule.
Wie wichtig ist Ihnen denn die Qualität der Informationen, die man über Google findet?
Höchst wichtig. Wir sind permanent um die Verbesserung unserer Algorithmen bemüht, um die Suchergebnisse an erster Stelle zu zeigen, die auch qualitativ besonders hochwertig sind. Wenn die Qualität der Inhalte hoch ist, profitiert auch Google davon.
Wie gehen Sie mit den zahlreichen Suchanfragen eines Nutzers um? Sie könnten die Daten über das Surf-Verhalten ja speichern und an Dritte weiterverkaufen?
Wenn wir das tun würden, würde niemand mehr Google nutzen, sondern zur Konkurrenz wechseln. Ein solches Verhalten würde zudem unserem wichtigsten Unternehmensgrundsatz widersprechen, nichts Böses zu tun. Und es würde die Regulierungsbehörden auf den Plan rufen.
Amateurvideos, die auf Youtube zu sehen sind, verändern inzwischen ganze Wahlkämpfe. Wie authentisch können Politiker in der Öffentlichkeit überhaupt noch sein, wenn sie wirklich jederzeit damit rechnen müssen, gefilmt zu werden?
Politiker sind sich des Youtube-Phänomens extrem bewusst. Es entsteht die Möglichkeit zu einem offenen Dialog. Jeder hat die Möglichkeit, ein eigenes Video aufzunehmen und damit auf ein anderes zu antworten. Wir können so auch ein wieder größeres Interesse an der Politik insgesamt wecken.