Amerika geschlagen, gegen die Dänen souverän zu einem Erfolg gekommen und letztlich überzeugend in die Zwischenrunde eingezogen - wie schätzen Sie als Kapitän nun die Aussichten der deutschen Mannschaft ein?
Wir sollten nicht so weit nach vorne schauen. Und auch nicht auf Gegner und Sonstiges spekulieren. Wir können nur das beeinflussen, was in unserer Hand liegt. Deswegen sind wir gut beraten, wenn wir weiter so hart arbeiten wie bislang in diesem Turnier, dann kommt der Rest von ganz alleine.
Was halten Sie von den Rechnungen, wonach mal wieder die Qualifikation fürs Viertelfinale denkbar scheint?
Es wäre ein Kunststück, das zuletzt 2003 glückte. Dazu habe ich doch eigentlich alles gesagt. Das ist momentan noch nicht aktuell. Wir wollten in die Zwischenrunde, das haben wir geschafft. Was jetzt noch kommt, werden wir sehen. Erstmal müssen wir uns gut erholen, denn die Gegner werden gewiss nicht einfacher.
Gegen die Dänen lief es erst nach einer Anfangsphase, in der Ihr Team 0:1 in Rückstand geraten war und sie drei Strafzeiten hintereinander zu verkraften hatten. Wie erklären Sie den Wackelstart?
Wir wollten die Dänen sofort unter Druck setzen. Das stimmt. Deswegen haben wir hart gespielt, aber für meinen Geschmack wurden wir bestraft, obwohl die Checks sauber waren und es keine dumme Aktionen waren, die die Schiedsrichter hätten ahnden müssen. Aber, egal. Die Dänen sind eine gute Mannschaft. Sie sind gegen uns im dritten Spiel hintereinander 1:0 in Führung gegangen. Das spricht für ihre Qualität. Dass wir uns nicht aus der Ruhe haben bringen lassen und das Blatt noch gewendet haben, zeigt dagegen unsere besondere Qualität.
Kann so ein Erfolgserlebnis neuen Schwung bringen für den weiteren Verlauf der Veranstaltung und gar in Anlehnung an Fußball-WM 2006 oder Handball-WM 2007 zu einem Frühlingsmärchen führen?
Noch einmal: Prognosen sind verfrüht. Aber sicherlich sehen wir die Chancen, die sich uns jetzt bieten.
Bei dieser WM treten Sie erstmals gemeinsam mit ihrem kleinen Bruder Nicolai in einer Mannschaft an. Normalerweise spielen Sie in der NHL in Nashville, er beim deutschen Meister Hannover. Sie haben das 1:0 gegen die Dänen erzielt, er ließ im zweiten Drittel das 3:1 folgen. Ein perfekter Tag für die Familie Goc?
Das ist schon ein ganz besonderes Erlebnis. Wir haben uns bereits auf dem Eis gratuliert und werden sicher noch einmal in einer ruhigen Minute alles Revue passieren lassen. Aber der Teamerfolg steht bei jedem von uns vor dem Erfolg eines einzelnen. Auch Felix Schütz hat beim 2:1 einen schönen und wichtigen Treffer erzielt. Ich kann der ganzen Mannschaft nur ein Kompliment aussprechen: Wir haben exakt umgesetzt, was der Trainer verlangt hat, und aus den Fehlern des Finnland-Spiels die richtigen Lehren gezogen. Darauf können wir aufbauen.
