Home
http://www.faz.net/-gah-16e4h
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER
Aktuelle Nachrichten online - FAZ.NET

Eishockey-WM Schweden, Tschechen und Russen im Halbfinale

 ·  Im Viertelfinale der Eishockey-WM bezwang das tschechische Team die Finnen im Penaltyschießen. Die Schweden hatten zuvor das Überraschungsteam aus Dänemark gestoppt. Und Russland gewann am Abend gegen Kanada.

Artikel Bilder (3) Lesermeinungen (0)

Der große Nachbar Schweden hat das dänische Eishockey-Märchen beendet. Die Tschechen setzten sich im Nervenspiel Penaltyschießen gegen Finnland durch. Und Titelverteidiger Russland hat mit einem Sieg im Giganten-Duell gegen Olympiasieger Kanada das Traum-Halbfinale bei der Eishockey-WM gegen Gastgeber Deutschland gebucht.

Dank Jan Mareks Treffer im Shootout warf das tschechische Team im WM-Viertelfinale Finnland mit einem 2:1 (0:1, 0:0, 1:0)-Sieg aus dem Turnier. Der achtmalige Weltmeister Schweden hatte sich zuvor im nordeuropäischen Viertelfinale in Mannheim mit 4:2 (1:0, 2:1, 1:1) durchgesetzt und das Überraschungsteam der WM aus dem Turnier geworfen. Rekord-Weltmeister Russland bezwang am Abend den Erzrivalen Kanada in Köln mit 5:2 (1:0, 2:0, 2:2).

Russland revanchiert sich für Olympia-Aus in Vancouver

Für die „Sbornaja“ war es der 26. Sieg in Serie bei WM-Turnieren und zugleich die Revanche für die 3:7-Pleite gegen die Kanadier bei Olympia im Februar. Maxim Afinogenow (20.), Pawel Dazjuk (22.), Jewgeni Malkin (38. und 57.) und Sergej Fedorow (48.) erzielten die Tore für den Topfavoriten in einem hitzigen Duell, John Tavares (54.) und Matt Duchene (60.) trafen für Kanada.

Die Kanadier, die in Corey Perry von den Anaheim Ducks nur noch einen der Goldjungs im Team hatten, zogen bei einer Weltmeisterschaft wieder einmal gegen Russland den Kürzeren. Bei den Turnieren 2008 und 2009 hatte der 24-malige Titelträger jeweils das Finale verloren. Insgesamt mussten die Cracks aus dem Eishockey-Mutterland, die 23 Spieler aus der NHL im Team hatten, vier Niederlagen in Deutschland hinnehmen.

Finnland erwischte den besseren Start

Der Olympia-Dritte Finnland erwischte vor 9258 Zuschauern einen perfekten Start und ging schon nach 55 Sekunden in Führung. Petri Kontiola schloss einen Konter mit seinem dritten WM-Treffer ab. Danach drängten die Tschechen wütend auf den Ausgleich, konnten aber ihre Chancen zunächst nicht nutzen. „Das sind immer enge Spiele“, hatte Finnen-Trainer Jukka Jalonen schon vorher gewarnt. Bei Olympia in Vancouver hatte sein Team das Viertelfinale mit 2:0 gewonnen, bei der WM im Vorjahr hieß es 4:3.

Die Tschechen waren heiß auf die Revanche. Zu Beginn des Schlussdrittels wurde der elfmalige Champion endlich belohnt. Jakub Klepis donnerte in Überzahl einen Schlagschuss ins Netz des bis dahin tadellosen Pekka Rinne (42. Minute). Danach waren die Tschechen die bessere Mannschaft, die Finnen retteten sich jedoch in die Verlängerung.

Dort entwickelte sich ein packender Schlagabtausch. Der 38 Jahre alte Jaromir Jagr hatte mehrfach die Entscheidung auf dem Schläger, auf der Gegenseite konnten die Finnen eine Überzahl nicht nutzen. Im Penaltyschießen hatten dann die Tschechen die besseren Nerven.

Dänemark konnte nicht lange aufs Halbfinale hoffen

Vor nur 3487 Zuschauern in Mannheim konnte Außenseiter Dänemark, der erstmals das WM-Viertelfinale erreicht hatte, nur kurz von einer weiteren Sensataion träumen. Nach dem schwedischen 1:0 durch Marcus Nilson (15.) hatte der Olympiasieger von 1994 und 2006 das Spiel jederzeit im Griff. Den sechsten Sieg im sechsten WM-Duell brachten Jonas Andersson (28. ), Rickard Wallin (33.) und Linus Ömark (54.) unter Dach und Fach. Kapitän Jesper Damgaard (34.) und Morten Madsen (58.) trafen für die Dänen, die zwei Minuten vor Schluss den Torwart vom Eis nahmen und noch einmal alles auf eine Karte setzten - ohne Erfolg.

In den Gruppenspielen hatte der Weltranglisten-13. für die größten Überraschungen des Turniers gesorgt. Nach dem 4:1 gegen Finnland bezwang das Team um die NHL-Profis Peter Regin und Frans Nielsen auch die USA (2:1 n.V.) und die Slowakei (6:0). Die Schweden, die vor allem auf ihre jungen Talente setzen, haben bislang lediglich ein Spiel verloren (1:2 gegen Tschechien) und die siebte Medaille in zehn Jahren fest im Blick.

Schweden - Dänemark 4:2 (1:0, 2:1, 1:1).
Tore: 1:0 Nilson (14:58), 2:0 Andersson (27:21), 3:0 Wallin (32:29), 3:1 Damgaard (33:18), 4:1 Ömark (53:17), 4:2 Madsen (57:35).
Schiedsrichter:
Levonen (Finnland), Piechaczek (Finning).
Zuschauer:
3487.
Strafminuten: Schweden 10 - Dänemark 12

Finnland - Tschechien 1:2 (1:0, 0:0, 0:1, 0:0, 0:1) n.P.
Tore: 1:0 Kontiola (0:55), 1:1 Klepis (41:12), 1:2 Marek (Penalty).
Schiedsrichter: Savage (Kanada), Sjöberg (Schweden).
Zuschauer: 9258.
Strafminuten: Finnland 8 - Tschechien 10

Russland - Kanada 5:2 (1:0, 2:0, 2:2).
Tore: 1:0 Afinogenow (19:02), 2:0 Dazjuk (21:45), 3:0 Malkin (37:31), 4:0 Fedorow (47: 31), 4:1 Tavares (53:52), 5:1 Malkin (56:56), 5:2 Duchene (59:46).
Schiedsrichter: Larking (Schweden), Sindler (Tschechien).
Zuschauer:
12.274.
Strafminuten: Russland 24 plus 10 Disziplinar (Afinogenow) - Kanada 28 plus 10 Disziplinar (Ott, Downie)

Quelle: FAZ.NET
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel