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Weltwirtschaftsforum Zuversicht der Manager sinkt auf Rekordtief

28.01.2009 ·  Pessimismus rund um den Globus: Die alljährlich kurz vor dem Weltwirtschaftsforum erhobene Studie einer Beratungsgesellschaft konstatiert eine globale Vertrauenskrise. Die Psyche der Manager ist erschüttert, die Stimmung düster.

Von Johannes Winkelhage
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Die Zuversicht ist dahin. Wenn sich die Vorstände der weltgrößten Konzerne in dieser Woche in Davos treffen, regiert eher ein pessimistischer Ausblick. Nur noch 21 Prozent der Unternehmenslenker gehen zuversichtlich davon aus, dass ihre Gesellschaften in den kommenden zwölf Monaten einen steigenden Umsatz verzeichnen werden.

Dies geht aus einer Befragung von mehr als 1.100 Vorstandsvorsitzenden hervor, die jedes Jahr wenige Wochen vor dem Weltwirtschaftsforum von der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PWC) erhoben wird.

Die Psyche der Manager ist erschüttert

Zum Vergleich: In der Vorgängeruntersuchung äußerten sich noch rund 50 Prozent der Manager positiv über die Zukunftsaussichten, obwohl die Finanzkrise damals schon in Teilen absehbar, in ihrer Schärfe aber noch nicht deutlich war. „Die Geschwindigkeit und die Intensität der Rezession hat die Psyche der Manager erschüttert und zu einer globalen Vertrauenskrise geführt“, bringt Samuel DiPiazza, der Vorstandsvorsitzende von PWC, die düstere Stimmung auf den Punkt, der sich auch das Treffen in Davos nicht entziehen kann.

Mit dem jetzt ausgewiesenen Wert ist die Zuversicht der Manager auf das niedrigste Niveau seit dem Jahr 2003 gefallen, in dem die Erhebung - die in diesem Jahr zum zwölften Mal erscheint - erstmalig die Frage nach dem Vertrauen in die Zukunft gestellt hatte. Die Befragten rechnen zudem damit, dass sich die Krise nicht innerhalb der kommenden Monate beheben lässt.

Die Krise wurde deutlich unterschätzt

Das jedenfalls lässt sich an den Antworten auf die Frage nach den Aussichten für die kommenden 36 Monate ablesen: Hier geben zwar 34 Prozent der Interviewpartner an, recht zuversichtlich für die Wachtumsaussichten in diesem Zeitraum zu sein. Dies ist allerdings im Vergleich zu den 42 Prozent der Befragten, die diese Überzeugung im gleichen Zeitraum des Vorjahres vertreten haben, ein deutlich geringerer Wert. Daran zeigt sich abermals, dass die Krise im vergangenen Jahr noch deutlich unterschätzt wurde.

Dies könnte seinen Grund in einem weiteren Ergebnis der Untersuchung finden: Wie zu erwarten war, gaben 92 Prozent der Interviewpartner an, dass sie adäquaten Informationen über die bestehenden Risiken ihres Geschäftes einen hohen Stellenwert beimessen. Die Einschätzung, ob diese Informationen wirklich in ausreichendem Umfang vorliegen, ist allerdings ernüchternd. Nur 23 Prozent der Vorstandsvorsitzenden geben an, eine umfassende Informationslage zu diesen Themen im eigenen Unternehmen vorzufinden. Als Nebenerkenntnis der Befragung zeigte sich zudem, dass nur 21 Prozent der Manager das Gefühl haben, über hinreichende Informationen darüber zu verfügen, was ihre Kunden wirklich von ihnen wollen und wo ihre Bedürfnisse liegen.

Pessimismus rund um den Globus

Die Untersuchung zeigt auch, mit welcher Geschwindigkeit sich die Stimmung nach dem Niedergang der Investmentbank Lehman Brothers seit dem 15. September des vergangenen Jahres verdüstert hat. Sie liefert damit einen weiteren Beleg dafür, dass dieses Datum als endgültiger Ausbruch der Krise in die Geschichtsbücher eingehen dürfte. Es ist zudem erkennbar, dass diese pessimistische Einschätzung keine großen regionalen Unterschiede kennt. Zwar sind die Wachstumserwartungen in Europa und Nordamerika mit positiven Antworten von nur 15 Prozent der Befragten besonders niedrig. Aber selbst in Asien haben sich die Interviewer immer noch von 70 Prozent der Manager negative Antworten auf die Frage nach der Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung anhören müssen.

„Besorgniserregend ist der drastische Stimmungswandel in den Schwellenländern. Die deutliche Verschlechterung der Geschäftserwartungen ist ein Beleg dafür, dass sich die gegenwärtige Rezession anders als frühere Krisen nicht auf einige Wirtschaftsregionen beschränkt, sondern eine globale Herausforderung ist“, sagt Hans Wagener, der Sprecher des Vorstandes von PWC in Deutschland.

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