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Turnfest „Wir werden unsere Meinung klar äußern“

09.09.2008 ·  Nach drei Monaten ohne inhaltliche Diskussion will der Turnfest-Aktenausschuss nun Verantwortliche für das Finanzchaos benennen.

Von Tobias Rösmann
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Diesmal wollen sie Ernst machen. Darf man Manuel Stock glauben, dem Vorsitzenden des Akteneinsichtsausschusses, dann wird die Sitzung im Römer für manche im Magistrat alles andere als angenehm. Denn nach drei Monaten ohne inhaltliche Diskussion haben sich die 17 Mitglieder des Kontrollgremiums jetzt offenbar auf ihre eigentliche Aufgabe besonnen. Die lautet: herausfinden, von welchem Magistratsmitglied sie zu welchem Zeitpunkt über die Kosten für das Internationale Deutsche Turnfest getäuscht wurden.

Die Suche nach den Verantwortlichen für das Finanzdebakel hat vor ziemlich genau fünf Monaten begonnen. Im April dieses Jahres war bekanntgeworden, dass Frankfurt statt der im März 2005 genehmigten 5,14 Millionen Euro etwa das Fünffache für die Ausrichtung des Turnfests zahlen muss. Eine daraufhin erstellte, neue Magistratsvorlage beziffert die städtischen Kosten nunmehr auf 24,1 Millionen Euro. Zum Turnfest, der größten Breitensportveranstaltung der Welt, werden vom 30. Mai bis zum 5. Juni 2009 rund 75 000 Teilnehmer erwartet.

Stock: Es war früh klar, dass die Kosten höher sein werden

„Wir Grünen können das am Donnerstag abschließend bewerten“, sagt Stock. Weil bisher kein Mitglied beantragt habe, den Ausschuss abermals zu vertagen, dürfte das auch für die übrigen Fraktionen gelten. Damit rechnet auch der Vorsitzende der größten Oppositionsfraktion, Klaus Oesterling (SPD): „Wir sind für eine Bewertung gewappnet und werden unsere Meinung klar äußern.“ Bisher haben nur die Freien Wähler ihre Ansichten öffentlich vorgetragen – inklusive harscher Schelte für die früheren Sportdezernenten Joachim Vandreike (SPD) und Uwe Becker (CDU) sowie Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU).

Im Kern steht allerdings schon seit fünf Monaten fest, dass es zwei Schlüsselpunkte in der Finanzierung gab. Stock sieht das nach dem Studium der Akten genauso. Er kommt zu dem Schluss: „Es war zu einem früheren Zeitpunkt klar, dass die Kosten höher sein werden. Und es gab Warnungen, die von der politischen Verwaltung ignoriert wurden.“ Es sei „sehr befremdlich“, dass darauf nicht reagiert worden sei. So bat der Magistrat die Stadtverordneten zum Beispiel vor der Vertragsunterzeichnung mit dem Deutschen Turner-Bund im Januar 2007 nicht um die Genehmigung der immensen Mehrkosten – obwohl sie weitgehend bekannt waren.

Was Stock nach eigenen Worten besonders ärgert, ist, dass schon Anfang 2006 feststand, was Berlin für sein Turnfest 2005 gezahlt hatte – mehr als 20 Millionen Euro. Die zunächst präzise scheinenden 5,14 Millionen in der ersten Magistratsvorlage wurden dennoch nicht korrigiert. Die wichtigste Lehre aus der Sache steht für Stock schon jetzt fest: „Noch genauer hinsehen, wenn der Magistrat eine Vorlage macht.“

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