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Im Gespräch: Turnfest-Caterer Hünerhoff „Ein Lastwagen voll Müsli“

29.05.2009 ·  Mit seinem Unternehmen „Kommando Verpflegung“ versorgt der Caterer Martin Christian Hünerhoff 25.000 Teilnehmer des Turnfestes mit Frühstück. Er rechnet mit 50.000 Litern Milch und acht Tonnen Käse.

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Mit seinem Unternehmen „Kommando Verpflegung“ versorgt der Caterer 25000 Teilnehmer des Turnfestes mit Frühstück.

Sie sind in der Turnfestwoche Frankfurts größter Frühstücksdirektor, oder?

Das ist fast richtig. Gemeinsam mit meinen Kollegen sind wir wohl das größte Frühstücksdirektorium Frankfurts.

25.000 Turner wollen in ihren Quartieren eine Woche lang jeden Tag zur gleichen Zeit frühstücken. Wie geht das?

Das funktioniert nur nach einem Plan, den wir sehr gut durchdenken. Damit steht und fällt alles: Was muss wann wo sein? Anlieferungen, Ware kommissionieren, Auslieferungen, Routenplanung und so weiter. Dann müssen unsere Ansprechpartner in den Quartieren natürlich auf dem Laufenden gehalten werden. Man muss mit vielen Leuten reden und jede Menge koordinieren – und den Plan nicht aus den Augen verlieren.

Was kommt denn auf die Teller?

Jeder bekommt anderthalb Brötchen, eine Schnitte Brot, Butter, Margarine, Käse, Frischkäse, Salami, Aufschnitt, Milch, Naturjoghurt, Obst und Müsli. Zu trinken gibt es Kaffee, Tee, Milch und Kakao. Für so eine riesige Veranstaltung ist das schon ein sehr breites Angebot. Er rechnet mit 50.000 Litern Milch und acht Tonnen Käse.

Mit wie viel Liter Milch kalkulieren Sie beispielsweise?

Wir rechnen mit 50.000 Litern Milch, etwa acht Tonnen Käse und zirka 400.000 Brötchen. Es werden ungefähr 7,5 Tonnen Müsli gebraucht – da kann man sich umgerechnet einen großen Lastwagen mit Anhänger voll mit Müsli vorstellen. Für das Turnfest gilt ganz klar die alte Weisheit: Ohne Mampf kein Kampf. Die Sportler müssen morgens gestärkt in den Wettkampf ziehen.

Im größten Turnfestquartier werden bis zu 800 Leute wohnen. Wie schnell läuft denn der Kaffee bei Ihnen durch?

Unser Maschinen sind für 100 Tassen Kaffee gut. In größeren Quartieren gibt es dann entsprechend mehr Maschinen, die alle baugleich sind. Wir können immer identische Modelle nachliefern.

Wie lange muss man planen, um 250.000 Frühstücke in einer Woche rausgeben zu können?

Wir sind jetzt seit knapp einem halben Jahr dran – aber nicht full time. Erst in den vergangenen Wochen ist das Turnfest das Hauptthema für uns geworden. Wir von „Kommando Verpflegung“ sind spezialisiert auf das Low-cost-Catering von Großveranstaltungen.

Können Sie sich am Frankfurter Turnfest von 1983 orientieren?

Wir schauen in erster Linie auf Veranstaltungen ähnlicher Größenordnung, wie das da läuft. Man lernt aus Fehlern, die man früher gemacht hat. Meines Wissens gibt es in dieser Größe wenig Veranstaltungen, wo alles optimal läuft. Wir arbeiten viel mit EDV und haben für jeden einzelnen Tag für jedes Quartier Lieferscheine. Beim Turnfest ist für uns besonders herausfordernd, dass die Belegungszahlen in den Quartieren während der Woche variieren. Manche sind ja fünf Tage zu Beginn da, manche nur die letzten drei Tage. Das ist schon tricky.

Das heißt, Sie gehen schon davon aus, dass nicht alles reibungslos funktionieren wird?

Wir sind gut gerüstet. Aber dass es Verkehrsstaus geben und auch mal ein Fahrzeug ausfallen wird, steht zu erwarten. Springer und Ersatzfahrzeuge können jederzeit aushelfen, aber dass mal hier ein Brötchen zu viel und dort eins zu wenig sein wird, ist nicht auszuschließen.

Die Fragen stellte Alex Westhoff.

Quelle: F.A.Z.
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