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Fabian Hambüchen Wie ein Alleinunterhalter

02.06.2009 ·  Fabian Hambüchen ist der unumstrittene Star des Turnfestes in Frankfurt. Beim ersten Teil der Champions Trophy wurde er seiner Rolle gerecht. Ob die Rechnung der Veranstalter mit der neuen Serie aufgeht, ist aber nicht sicher.

Von Christiane Moravetz, Frankfurt
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Sonntagabend Reckturnen in der Frankfurter Festhalle bei der Turnfestgala, Montagnachmittag Champions Trophy, drei Stunden danach der nächste Auftritt am zweiten Gala-Abend, Mittwoch Mehrkampf um die deutsche Meisterschaft, Donnerstag die Finals an den Geräten, Freitag Reckturnen unter freiem Himmel im Frankfurter Fußballstadion bei der großen Schlussveranstaltung des deutschen Turnfestes - dabei am besten immer lächeln und stets Weltklasseleistungen abliefern.

Fabian Hambüchen muss sich vorkommen wie ein Alleinunterhalter in der großen Woche des deutschen Turnens. Wieder einmal, so scheint es, hängt das gesamte Wohl der Sportart an diesem 21 Jahre alten Athleten. Er ist Turnfest-Botschafter, er zieht Zuschauer in die Hallen und wird gefeiert wie ein Popstar von jungen Mädchen. Vor allem aber soll er so beinahe nebenbei noch Siege in Serie produzieren.

Die neu geschaffene Champions Trophy soll - und will - Hambüchen natürlich auch gewinnen. In Frankfurt, auf der ersten von vier Stationen, hat er mit dem erhofften Sieg - vor Marcel Nguyen aus Unterhaching - begonnen. Dabei schienen sich die Befürchtungen, dass solch eine Beanspruchung nicht gut gehen könne, gleich zu Beginn des Sechskampfs, beim Bodenturnen, zu bewahrheiten. Der Europameister landete zweimal außerhalb der Begrenzungslinie der Bodenmatte, wurde von den Kampfrichtern dafür mit Abzügen von 0,9 Punkten bestraft - und fand sich als Siebter unter acht Teilnehmern wieder.

Die erste Rechnung der Veranstalter ist aufgegangen

Weil er auch an dem ungeliebten Pauschenpferd patzte und kurz vor Ende der Übung unplanmäßig absteigen musste, wurde Hambüchen an diesem Gerät nur Sechster. Doch gerade solche Missgeschicke stacheln den Ehrgeiz des jungen Mannes aus Wetzlar an, der seine Stärke nicht zuletzt aus einem unbändigen Kampfgeist zieht. Hambüchen, beileibe kein Spezialist an den Ringen, war mit einer hervorragenden Übung Bester an diesem Gerät.

„Auf ein Neues“, sagte er im Vorübergehen vor der zweiten Hälfte des Wettkampfs. Auch beim Sprung landete er mit einem kleinen Schritt außerhalb der Begrenzungslinie - und ließ doch alle Konkurrenten bei dieser Übung hinter sich. Stück für Stück arbeitete er sich nach vorn, mit der besten Barrenübung schob er sich auf Rang zwei hinter Marcel Nguyen aus Unterhaching, der einen hervorragenden Mehrkampf turnte. Und als er seine ohnehin überragende Reckübung mit dem Ausgangswert 6,700 fehlerlos absolviert hatte, konnte ihm auch Nguyen den Sieg nicht mehr nehmen.

Die erste Rechnung der Veranstalter ist also aufgegangen. Vor einem halben Jahr, beim traditionellen DTB-Pokal, hatten die Stuttgarter Organisatoren Robert Baur und Valeri Belenki - immer auf der Suche nach dem Außergewöhnlichen - den ersten Versuch gestartet, einen Mehrkampf auf höchstem Niveau als eigenen internationalen Wettkampf zu etablieren. Mit dem höchsten Preisgeld, das es im Turnen zu gewinnen gibt - insgesamt ist die Trophy mit mehr als 250.000 Euro dotiert -, glaubten sie, die acht besten Turner der Welt viermal nach Deutschland locken zu können.

Der Traum vom ausverkauften Haus erfüllte sich nicht

Nach dem Auftakt im Rahmen des deutschen Turnfestes in Frankfurt folgen Berlin im September, Hannover im Oktober und Stuttgart im November als Austragungsorte für die Champions Trophy. 15.000 Euro jeweils bekommt der Sieger der einzelnen Stationen, auch der letzte der acht Teilnehmer geht nicht leer aus (2000 Euro). Der Gesamtsieger der vier Stationen darf als Jackpot ein Auto mitnehmen.

Anreiz genug also für die Turner, die international nicht gerade zu den verwöhnten Sportlern gehören. Und doch fehlen die Besten: Die Chinesen turnen gerade Meisterschaften, die Japaner nannten Terminschwierigkeiten als Grund für den Korb, den sie Baur und Belenki gaben. Von den acht besten Turnern der Welt konnte also guten Gewissens keine Rede sein, als die Champions Trophy in Frankfurt in Serie ging. Und auch der Traum der Veranstalter vom ausverkaufen Haus erfüllte sich in der Frankfurter Ballsporthalle nicht. Auf den 5000 Zuschauern fassenden Rängen klaffen erhebliche Lücken, rund 4000 Zuschauer waren gekommen. Ob alle acht Turner von Frankfurt jeweils alle vier Stationen mitmachen werden, bleibt abzuwarten. Hambüchen will auf jeden Fall durchturnen - und auf den kommt es ja offensichtlich allen an.

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