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Wimbledon Serena Williams lässt der Schwester keine Chance

04.07.2009 ·  Es dauerte nur knapp neunzig Minuten: Serena Williams besiegte im Wimbledon-Finale ihre Schwester Venus. Verlief der erste Satz noch ausgeglichen, dominierte die jüngere der Schwestern im zweiten Satz deutlich. 7:6, 6:2 hieß es am Ende für Serena.

Von Peter Penders, London
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Natürlich ist ein 4. Juli vor allem ein amerikanischer Tag, auch in Wimbledon. So gut wie sicher war das schon vor dem Beginn des Turniers, denn am amerikanischen Unabhängigkeitstag war schließlich das Damenfinale angesetzt, und wer anders als die Williams-Schwestern sollten dies schließlich bestreiten? Es war wie erwartet gekommen, auch wenn die Russin Jelena Dementiewa im Halbfinale beinahe allen Wettern einen Strich durch die einfache Rechnung gemacht hätte, als sie bei ihrer Dreisatzniederlage gegen Serena Williams einen Matchball vergab. Es war der Matchball gegen die spätere Siegerin, wie sich am Samstag herausstellte.

Im Familienduell setzte sich Serena nach 2002 und 2003 zum dritten Mal gegen ihre Schwester Venus durch und revanchierte sich für die Final-Niederlage im Vorjahr. Nachdem sie ihren fünften Matchball zum 7:6 und 6:2 nutzen konnte, sank sie auf den Boden. „Ich kann gar nicht glauben, dass ich gewonnen habe. Diese Trophäe ist doch eigentlich schon nach Venus benannt, weil sie hier immer gewinnt“, sagte die verdiente Siegerin später.

Venus wirkte spätestens nach dem Tiebreak verloren

Ihre Schwester hatte den Pokal zwar schon fünf Mal hochhalten dürfen, aber diesmal wirkte Venus Williams spätestens nach dem Tiebreak im ersten Satz verloren. „Serena war heute zu gut, sie hatte eine Antwort auf alles“, sagte die Ältere der beiden Williams-Schwestern. Zusammen aber haben sie das Turnier in diesem Jahrzehnt dominiert - mit Ausnahme von 2006 stand zuletzt zumindest eine von ihnen immer im Finale, und bei acht der neun Gelegenheiten trug die Siegerin danach den Nachnamen Williams. Nur der Russin Maria Scharapowa gelang 2004 das Kunststück, mit Serena eine Williams im Finale von Wimbledon zu besiegen.

Der Vater war Rasen mähen

Die Weltrangliste mag zwar auch etwas anderes - nämlich Dinara Safina - ausweisen, aber es besteht kein Zweifel daran, dass Serena Williams derzeit die beste Tennisspielerin der Welt ist. Nach dem Sieg bei den US Open 2008 und dem Erfolg bei den Australian Open 2009 hat sie nun drei der vier letzten Grand-Slam-Turniere gewonnen und dabei im Finale jeweils keinen einzigen Satz abgegeben. Nicht nur ihre Athletik flößt dabei ihren Gegnerinnen großen Respekt ein, sondern vor allem ihr unbändiger Siegeswille. „Es gibt keine andere Spielerin, die 4:5 im dritten Satz mit Matchball gegen sich zurückliegt und trotzdem felsenfest überzeugt ist, dass sie gewinnen wird“, sagte John McEnroe in Anspielung auf das Halbfinale.

Trainiert und betreut werden beide von ihrem Vater Richard, der einst beschlossen hatte, dass seine Töchter Tennisstars werden sollen. Das Familientreffen im Finale schaute er sich traditionell nicht an - er flog nach dem Halbfinale nach Hause. „Mein Job ist getan“, sagte er, „nun werde ich zu Hause meinen Rasen mähen. Das kann ich nämlich am besten.“ Es muss ein wirklich toller Rasen sein.

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Jahrgang 1959, Sportredakteur.

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