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Wimbledon Entscheidung zwischen Haas und Cilic vertagt

26.06.2009 ·  Während es für Philipp Kohlschreiber nur zu einem Achtungserfolg gegen Roger Federer reichte, war Tommy Haas am späten Freitagabend zweimal nur einen Punkt vom Einzug in die vierte Runde des Tennisturniers in Wimbledon entfernt. Die Dunkelheit zwang zum Abbruch.

Von Peter Penders, Wimbledon
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Kein Tag für Propheten in Wimbledon - zumindest nicht für jene, die das Wetter voraussagen sollen. Regen war angekündigt über London, stattdessen aber schien den ganzen Tag die Sonne. Philipp Kohlschreiber kam also bei seiner Partie gegen den fünffachen Wimbledonsieger Roger Federer nicht in den Genuss, sich mit dem ersten offiziellen Spiel unter dem neuen geschlossenen Dach des Centre Courts einen Platz in den Geschichtsbüchern dieses traditionsreichen Turniers zu sichern. Sportlich wird die Partie nur eine Fußnote bleiben: Federer setzte sich wie erwartet durch, gab beim 6:3, 6:2, 6:7 und 6:1 allerdings gegen den zwischendurch beherzt und sehenswert aufspielenden Augsburger seinen ersten Satz im laufenden Wettbewerb ab. Während es für Kohlschreiber so nur zu einem Achtungserfolg reichte, war Tommy Haas am späten Freitagabend zweimal nur einen Punkt vom Einzug in die vierte Runde entfernt. Nach vier Stunden Spielzeit wurde die hochdramatische Partie gegen den Kroaten Marin Cilic beim Stand von 7:5,7:5, 1:6, 6:7 (3) und 6:6 schließlich wegen Dunkelheit abgebrochen. Haas hatte im vierten Satz zwei Matchbälle vergeben, im fünften Durchgang aber selber zwei Matchbälle beim Stand von 5:6 abgewehrt.

Hatte es anfänglich noch so ausgesehen, als sollte Haas gegen den 1,98 Meter großen Aufschlagriesen Cilic keine Chance besitzen, so drehte sich die Partie zunächst noch im ersten Satz zu Gunsten des Deutschen. Den 2:5-Rückstand wandelte er noch zu einem 7:5 um, und mit demselben Ergebnis sicherte er sich auch den zweiten Durchgang. Danach aber war der in Weltrangliste 21 Plätze besser platzierte Cilic am Drücker und holte sich den dritten Satz mit 6: 1. Ausgeglichen verlief der vierte Satz, in dem sich Haas aber zum scheinbar besten Zeitpunkt Breakbälle verschaffte: Beim Stand von 5:4 für den Deutschen waren die beiden Chancen gleichbedeutend mit Matchbällen, aber Cilic konnte beide abwehren und schaffte im Tiebreak den Satzausgleich, nachdem Haas eine 3: 0-Führung vergeben hatte. Danach schien sich Cilic schnell absetzen zu können - nun führte er nach einem Break 3:0, aber Haas kämpfte sich wieder zum 3:3 heran. Wieder nahm ihm Cilic den Aufschlag ab, aber Haas glich zum 5:5 aus. Es war längst dunkel, als Cilic dicht vor dem Sieg stand - aber diesmal wehrte Haas zwei Matchbälle ab und glich noch einmal zum 6:6 aus.

Viel vorgenommen

Viel hatte sich zuvor Kohlschreiber bei seinem ersten Auftritt seiner Laufbahn auf dem Centre Court von Wimbledon vorgenommen, und einiges konnte er mit zunehmender Spielzeit auch umsetzen. Zunächst hatte es so ausgesehen, als sollte und wollte ihn der Schweizer überrollen, der im ersten Durchgang schnell 4:0 führte und nach dem 6:3 auch den zweiten Satz souverän und mühelos 6:2 gewann. Auch im dritten Durchgang führte der hohe Favorit schnell 3:1, dann aber steigerte sich Kohlschreiber erheblich. „Wir haben eine Menge harter Punkte ausgespielt, und er ist im dritten Satz sehr stark geworden“, sagte Federer und bekannte: „Das war mein bisher bestes Spiel in diesem Jahr in Wimbledon.“ Auf diese Erkenntnis und das Lob des Rasenkönigs, der in den vergangenen sechs Jahren nur eine einzige Begegnung auf seinem Lieblingsplatz - das von vielen als bislang beste Partie der Geschichte bezeichnete Endspiel im vergangenen Jahr gegen Rafael Nadal - verloren hat. Die Klasse des Weltranglistenzweiten, der mit einem sechsten Triumph in Wimbledon wieder das Maß aller Dinge in der Weltrangliste würde, musste auch Kohlschreiber anerkennen. „Ich habe sehr viel Energie in diesen dritten Satz gesteckt, aber das konnte ich nicht halten. Letztlich bin ich einfach an seiner Qualität gescheitert“, fand der Deutsche, „weil Federer auf alles eine Antwort wusste.“ Das galt nicht nur auf dem Platz, das änderte sich auch danach nicht. Federer wird nicht nur als Tennisspieler geschätzt, der mehrsprachige Schweizer ist als Mann von Welt auch für andere aktuelle Themen ein gefragter Gesprächspartner. Also wurde er auch über den Tod von Michael Jackson („ein großer Musiker, den ich gerne höre. Als Jugendlicher habe ich einmal mit meiner Schwester bei einem Stadionkonzert in Basel von draußen mit zugehört, weil wir keine Karten mehr bekommen haben“), die anstehende Ehrung für Nelson Mandela in Südafrika („leider habe ich ihn noch nie getroffen, aber er hat mich tief beeindruckt. Ich würde gerne einmal mit ihm sprechen, das wäre eine große Ehre“) und zum bevorstehenden Karriereende des Franzosen Fabrice Santoro („einer der Spieler, die ich sehr gerne spielen sehe. Ich hatte das Glück, ein paar Mal gegen ihn spielen zu dürfen“) befragt. Die nächsten Antworten muss Federer erst wieder auf dem Rasen geben: Er trifft nun in der Neuauflage des French-Open-Finales auf den Schweden Robin Söderling.

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Jahrgang 1959, Sportredakteur.

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