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Cebit Das Festnetz wird renoviert

14.03.2007 ·  Die Telekom will ihr analoges Netz Stück für Stück abschalten. Aber auch ihre Konkurrenten treiben die Aufrüstung ihrer Netze auf das Internet-Protokoll mit Hochdruck voran. Auf der Cebit haben Telekom und Arcor entsprechende Produkte für Mitte dieses Jahres angekündigt.

Von Johannes Winkelhage, Hannover
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Die Festnetzanbieter in Deutschland treiben die Aufrüstung ihrer Netze auf das Internet-Protokoll (IP) mit Hochdruck voran. Sowohl die Deutsche Telekom als auch ihr größter Wettbewerber Arcor kündigten auf der Computermesse Cebit in Hannover erste Produkte auf der Basis der neuen Netzstruktur noch für die Mitte dieses Jahres an. In den neuen Netzen werden Sprache und Daten, die bisher über unterschiedliche Infrastrukturen übertragen wurden, auf einem Netz zusammengefasst. Die Kostensenkung, die damit erreicht wird, schätzen Experten auf bis zu 40 Prozent gegenüber der herkömmlichen Technik.

Damit reagieren die Anbieter auf der einen Seite auf den zunehmenden Preisdruck im deutschen Festnetzmarkt. Auf der anderen Seite werden aber auch neue Angebote möglich. „Die Netze der neuen Generation können nicht nur einfacher und damit effizienter betrieben werden, auch die Einführung neuer Dienste für unsere Kunden lässt sich damit beschleunigen“, sagte Harald Stöber, Vorstandsvorsitzender der Arcor AG & Co KG, in Hannover. Die Kunden sollen nach Angaben Stöbers einen reinen IP-Anschluss erhalten, bei dem auch die Sprache über das Internet-Protokoll transportiert wird.

Arcor investiert zweistelligen Millionenbetrag

Lothar Pauly, der für die Netze des Konzerns zuständige Vorstand der Deutschen Telekom AG, kündigte an: „Wir werden unser analoges Netz Stück für Stück abschalten. Zuerst werden davon die Geschäftskunden profitieren, später kommen dann auch Angebote für den privaten Haushalt.“ Harald Stöber von Arcor rechnet allerdings damit, dass das alte Netz noch mindestens fünf Jahre parallel zu der IP-Architektur betrieben werden wird, die nach seinen Angaben in rund zwei Jahren fertig sein soll.

Video: Neues auf der Cebit

Arcor wird hierfür einen zweistelligen Millionenbetrag investieren. Genauere Angaben machte Stöber nicht. Im Gegensatz zur Situation bei der Deutschen Telekom, bei der die Netzumstellung einen Stellenabbau in diesem Bereich erfordern wird, kommt Arcor nach Angaben von Stöber ohne weitere Personalmaßnahmen aus. „Wir haben schon 150 Stellen durch die Zusammenlegung von Regionen abgebaut. Darüber hinaus wachsen wir so stark, dass wir die Leute, die wir jetzt haben, auch weiter brauchen werden.“

„DSL entwickelt sich zum Standardanschluss“

Arcor hat inzwischen rund zwei Millionen Kunden für seine Komplettanschlüsse gewonnen und rechnet auch für das laufende Jahr mit einem deutlichen Zuwachs, der vor allem durch das Breitbandgeschäft getrieben wird. „Im vergangenen Jahr ist die Zahl der DSL-Anschlüsse um 37 Prozent auf rund 14 Millionen gewachsen“, sagte Stöber. „Wir rechnen damit, dass bis Ende 2007 etwa 18 Millionen DSL-Anschlüsse in Deutschland geschaltet sein werden. Dann hätten rund 50 Prozent der deutschen Haushalte diese schnelle Verbindung zum Internet. Damit entwickelt sich DSL zum Standardanschluss.“

Mit deutlichen Preissenkungen für den Kunden durch die niedrigeren Netzkosten rechnet er allerdings nicht. „Wir werden in Deutschland zwar noch eine neue Preiswelle sehen, die kommt aber unabhängig von der Umstellung der Netze.“ So sei mit dem Preispunkt für den Komplettanschluss mit Sprache, DSL und Internetzugang zum Pauschalpreis von etwas weniger als 40 Euro eine Grenze erreicht, die nur schwer unterschritten werden könne.

Wettbewerber laufen Sturm

Ein Teil der neuen Netzstruktur der Telekom ist auch das neue VDSL-Netz, das Übertragungsraten von bis zu 50 Megabit in der Sekunde ermöglicht und damit deutlich schneller ist als die bisherigen Varianten. Während Arcor einen eigenen Zugang zu dieser Infrastruktur fordert und dies auch schon bei der Bundesnetzagentur angemahnt hat, gibt sich die Deutsche Telekom zugeknöpft.

„Der Regulierer prüft im Moment, ob wir den Wettbewerbern diesen Zugang ermöglichen müssen“, sagte Timotheus Höttges, der als Vorstand der Deutschen Telekom zuständig für das Festnetz- und Breitbandgeschäft ist. Er ließ aber keinen Zweifel daran, dass die Telekom derzeit nicht damit rechnet, das VDSL-Netz für die Wettbewerber öffnen zu müssen. Die Telekom hatte in dieser Sache durchgesetzt, dass im neuen Telekommunikationsgesetz festgeschrieben wurde, eine Regulierung des VDSL-Netzes zu unterbinden. Dagegen allerdings laufen derzeit die Wettbewerber Sturm und erhalten auch Rückendeckung von der EU-Kommission in Brüssel. Eine Entscheidung in dieser Sache wird allerdings nach Ansicht von Branchenbeobachtern noch einige Zeit auf sich warten lassen.

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