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Porsche-Betriebsratschef „Wiedeking bleibt bis 2012“

16.07.2009 ·  In dieser Woche wird es keine Entscheidung über die Zukunft von Porsche geben, sagt Betriebsratschef Uwe Hück - das hätten ihm die Eigner-Vertreter Wolfgang Porsche und Hans Michel Piëch versichert. Auch etwas anderes glaubt er zu wissen: dass Porsche-Chef Wiedeking bis 2012 im Amt bleibt.

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Die Zukunft von Porsche ist nach Angaben von Vize-Aufsichtsratschef Uwe Hück weiter offen. „Wolfgang Porsche und Hans Michel Piëch haben mir das Wort gegeben, dass es noch keine Entscheidung gibt“, sagte Hück am Donnerstag in Stuttgart. „Es wird auch nicht diese Woche entschieden.“

Erst bei der Aufsichtsratssitzung am 23. Juli soll darüber diskutiert werden, ob der hoch verschuldete Sportwagenbauer sein Autogeschäft zu knapp der Hälfte an VW verkauft oder Qatar Anteile übernimmt. Der Betriebsratschef wollte sich jedoch nicht festlegen, ob bei dem Treffen des Kontrollgremiums überhaupt die endgültige Entscheidung in dem Machtkampf zwischen dem Sportwagenbauer und Volkswagen getroffen wird.

Kämpfender Manager und unanständiger Politiker

Hück betonte erneut, dass Gerüchte über den Rücktritt von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking falsch seien. „Wiedeking ist im Amt und bleibt bis zum Ende seiner Amtszeit 2012.“ Auf der Betriebsversammlung am Donnerstag am Porsche-Hauptstandort Stuttgart-Zuffenhausen habe der Manager zu den Beschäftigten gesprochen und betonte, dass er wie Hück für einen Einstieg des Golfstaates sei. Wiedeking beschäftige sich aber mit den beiden noch offenen Projekten. „Und er kämpft“, fügte Hück hinzu.

Der Betriebsratschef richtete erneut scharfe Angriffe gegen Niedersachsen Ministerpräsident Christian Wulff. Diese habe im CDU-Präsidium bereits erzählt, dass Porsche verkauft sei. „Das ist unanständig“, betonte Hück und warf dem Politiker vor, gezielt Falschinformationen zu streuen. Zuvor hatte Hück Wulff vorgeworfen, dieser wolle Porsche kaputtmachen. Ein Wulff-Sprecher hatte dies scharf zurückgewiesen. Hück fürchte offenbar um Privilegien.

„Keine Informationen über Einigung bekannt“

Auch die niedersächsischen Grünen kritisierten die Rolle von Wulff im Machtkampf zwischen Porsche und VW. Der Grünen-Landtagsabgeordnete Enno Hagenah sagte in Hannover, es diene den Interessen des Landes nicht, wenn sich Wulff in den „persönlichen Boxring“ zu Hück geselle und wild mit seinen Fäusten um sich schlage. Ziel müsse eine belastbare und dauerhafte Partnerschaft zwischen VW und Porsche sein.

Auch ein Porsche-Sprecher hatte am Donnerstag Berichte über eine Einigung der Eigentümerfamilien über die Zukunft des VW-Großaktionärs dementiert: „Uns sind keine Informationen über eine Einigung bekannt.“ Auch erneute Spekulationen über eine Ablösung Wiedekings seien falsch. „Wiedeking ist im Amt und bleibt im Amt“.

Zehn Milliarden Euro Schulden

Die „Financial Times Deutschland“ hatte ohne Angaben von Quellen berichtet, das seit Monaten andauernde zähe Ringen um die Zukunft der Autohersteller Volkswagen und Porsche sei so gut wie entschieden. Die Porsche-Eigner hätten sich grundsätzlich auf ein Modell für einen integrierten Konzern geeinigt. Demnach soll VW rund 49 Prozent am Sportwagenbauer erhalten. Ein formaler Beschluss fehle aber noch.

Porsche will dagegen über eine Kapitalerhöhung mit Hilfe der Eigentümerfamilien Porsche und Piëch Geld in die leeren Kassen spülen und hofft auf einen Einstieg des Emirats Qatar. Qatar soll laut Bankenkreisen insgesamt sieben Milliarden Euro für den Kauf von Stammaktien und VW-Optionen bieten. Der Schuldenberg von Porsche beträgt mittlerweile rund zehn Milliarden Euro.

Die Protagonisten treffen sich am Abend bei Audi

Am Abend wird es bei der Feier zum 100-jährigen Bestehen von Audi zu einem Aufeinandertreffen der Hauptprotagonisten kommen. In Ingolstadt werden VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche, Porsche-Chef Wiedeking und Niedersachsens Ministerpräsident Wulff erwartet.

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