16.07.2009 · Im Kampf um die Macht im VW-Porsche-Konzern könnte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking das erste Opfer sein. Seit Wochen wird über einen Rücktritt spekuliert. Ein Porsche-Sprecher weist diese Mutmaßungen brüsk zurück.
Im Kampf um die Macht im VW-Porsche-Konzern könnte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking das erste Opfer sein. Nachdem schon wochenlang über seinen möglichen Rücktritt spekuliert wurde, verbreitete die „Wirtschaftswoche“ am Mittwochnachmittag die Meldung, Wiedeking werde zurücktreten und über seine Nachfolge werde „in Kürze“ entschieden. Als kommissarischer Nachfolger, so schreibt die Zeitschrift, solle ein Konzernmanager gewonnen werden, der sowohl bei Porsche als auch bei VW Führungsaufgaben hatte. Ein Sprecher von Porsche wies diese Mutmaßungen zurück: „Das ist falsch, und das ist Mobbing.“
Ungeachtet dessen bereitet sich Volkswagen schon auf die mögliche Übernahme der Porsche AG vor. Das ergibt sich aus der Tatsache, dass der VW-Aufsichtsrat für Donnerstag nächster Woche zu einer außerordentlichen Sitzung in Stuttgart einberufen wurde, wo unter anderem über eine „Grundlagenvereinbarung“ mit Porsche gesprochen werden soll. Indirekt deutet zudem alles darauf hin, dass Ferdinand Piech bereits auf ein Ausscheiden Wiedekings setzt. Denn nach Informationen dieser Zeitung hat der VW-Aufsichtsratschef den Punkt „Aufsichtsratsangelegenheiten“ auf die Tagesordnung gesetzt. Konkret geht es dabei um die Umbesetzung des Präsidiums, des Nominierungsausschusses und des Ausschusses für besondere Geschäftsbeziehungen. Offenbar soll der Aufsichtsrat Wiedeking aus allen drei Ausschüssen werfen.
Kampf um Eigenständigkeit
Geht es nach dem Willen der VW-Oberen, dann soll in der Sitzung ein Konzept beschlossen werden, das auf die vollständige Integration des Porsche-Sportwagengeschäfts in den VW-Konzern hinausläuft. Dieses Konzept sieht folgende Schritte vor: Auf Basis einer noch durchzuführenden Unternehmensbewertung (Due Diligence) übernimmt Volkswagen zunächst knapp 50 Prozent der Porsche AG. Am Ende des Integrationsprozesses soll Porsche zu 100 Prozent unter dem VW-Dach stehen und damit zur zehnten Marke des Konzerns werden, zu dem unter anderem Audi, Skoda, Seat, Bentley und Lamborghini gehören. Zudem steigt nach diesem Konzept die Qatar Investment Authority (QIA) in die VW AG ein, indem von der Porsche Holding SE VW-Optionen gekauft werden.
Auch auf der Tagesordnung der Porsche Holding SE ist ein Diskussionspunkt über dieses Konzept aufgeführt. Zuvor allerdings soll die Entscheidung über den Einstieg von Qatar bei der Porsche Holding SE getroffen werden, für den laut Porsche bereits ein Angebot vorliegt. Mit den Milliarden aus Qatar könnte Porsche seinen Schuldenberg abbauen. In Stuttgart heißt es, eine Entscheidung hätten die Familien noch nicht getroffen. Prinzipiell sollte es jedoch eine deutliche Mehrheit für das eine oder andere Konzept (oder eine Kombination von beiden) geben, denn laut Konsortialvertrag sind die Familien verpflichtet, im Aufsichtsrat mit einer Stimme zu sprechen.
Derweil gibt sich Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück kämpferisch. Der Betriebsrat der Porsche AG werde „bis zum Äußersten“ dafür kämpfen, dass Porsche eigenständig bleibe, kündigte Hück an.
Gerüchte, Gerüchte
Craig Cmehil (ccmehil)
- 15.07.2009, 20:09 Uhr
VW Kombinat
Christoph Runge (Chris271)
- 15.07.2009, 20:29 Uhr
Berlusconi in Hannover
Karin Frost (Westerland11)
- 15.07.2009, 20:32 Uhr
Geister die man rief..,
Bernd krause (SpringAir)
- 15.07.2009, 21:08 Uhr
Warum
Lutz Jansen (LJA)
- 15.07.2009, 21:31 Uhr