25.02.2009 · Mit einem Spagatschritt sicherte Axel Teichmann bei der Nordischen Ski-WM den zweiten Platz im Teamsprint. „Die Silbermedaille war Gold wert“, sagte sein Laufpartner Tobias Angerer, „es war eine für die ganze Mannschaft.“
Von Christiane Moravetz, LiberecAxel Teichmann ging in die Knie, „es war der erste Ausfallschritt meiner Karriere. Ich wusste gar nicht, wie ich ihn anlegen sollte.“ Aber er wusste auch, wie wichtig diese Turnübung sein würde. Als habe er gehört, dass sein Partner Tobias Angerer ein paar Meter weiter hinter der Ziellinie auf den Knien liegend vor sich hin gesagt hatte: „Axel, bitte, bitte, noch ein bisschen schneller.“
Mit der Skispitze Teichmanns, die ein paar Millimeter vor der des Finnen Jauhojärvi die Zeitmessung stoppte, bescherten sich die beiden besten deutschen Langläufer das Erfolgserlebnis, auf das ein ganzes Team eine Woche lang vergeblich gewartet hatte. Platz zwei im Teamsprint bei den nordischen Weltmeisterschaften in Liberec hinter den Norwegern Kjölstad und Hattestad wirkte wie eine Befreiung von einem bösen Fluch.
Eine Medaille für die ganze Mannschaft
„Die Silbermedaille war Gold wert“, sagte Angerer, „es war eine für die ganze Mannschaft, für die Techniker, für alle.“ Heftige Diskussionen um falsch gewählte Ski und auch daraus resultierende Misserfolge hatten die Stimmung in der deutschen Mannschaft für alle sichtbar dem Gefrierpunkt nahe gebracht. „Aber ich war der ganzen Zeit der Meinung, dass die Sportler in guter Form sind. Heute haben sie gezeigt, dass sie die umsetzen können, wenn sie mit gleichwertigem Material kämpfen“, sagte Cheftrainer Jochen Behle.
„Wir hatten die Situation schon einmal“, sagte Angerer, „bei der WM in Oberstdorf 2005 und in den ersten Tagen von Olympia 2006. Die Mannschaft ist damals noch enger zusammengewachsen. Das haben wir jetzt wieder geschafft.“ Auch Teichmann fühlte ähnlich: „Es war eine schwierige Situation, und wir haben alle gewusst, dass etwas passieren muss.“ Entsprechend engagiert waren sie die Aufgabe Teamsprint angegangen. Dabei vergaßen Angerer und Behle nicht, Ersatzmann Jens Filbrich zu danken, „der gestern ewig mit mir Ski getestet und sich reingehängt hat“, so Angerer.
Behle will erfolgreiche Frauen, keine fröhlichen
Während die Männer schon von der nächsten Medaille reden - „Zielsetzung in der Staffel bleibt, dass wir aufs Podium laufen“, sagte Angerer -, rutschen die Langläuferinnen des Deutschen Skiverbandes immer weiter ins Mittelmaß. Katrin Zeller und Evi Sachenbacher-Stehle mussten sich im Teamsprint sogar Japan geschlagen geben und erreichten knapp vor Kasachstan Rang sieben. „Damit kann man nicht zufrieden sein“, sagte Evi Sachenbacher-Stehle, lächelnd. Sie habe sich am Tag zuvor bestens gefühlt, „und das ist meistens ein schlechtes Zeichen“.
Viele Krankheiten, auch in der gesamten Frauenmannschaft, führte auch Katrin Zeller als Begründung für schwache Leistungen an. Die schon seit Wochen schwelende Diskussion um Disziplintrainer Ismo Hämäläinen finden beide Läuferinnen „unfair und hier fehl am Platz“. Behle freilich hielt sich auch am Mittwoch nur schwer zurück. Abgerechnet werde eben nach der Ergebnisliste, hatte er vor der WM gesagt, und nicht danach, ob die Läuferinnen fröhlich ins Ziel kämen. „Ich gehe heute auf jeden Fall fröhlich aus dem Ziel“, sagte er, „aber auch erfolgreich.“