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Nordische Ski-WM Ohne Angst zu Staffelsilber

26.02.2009 ·  Miriam Gössner, Junioren-Weltmeisterin im Biathlon, war der Star in der Langlaufstaffel. „Der frische Wind“, wie Trainer Behle sie nannte, wirbelte mit Bestzeit durchs Feld. Und Claudia Nystad lief den Sprint ihres Lebens.

Von Christiane Moravetz, Liberec
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„Das sind die richtig schönen Medaillen“, sagte Cheftrainer Jochen Behle, „die Medaillen, mit denen du gar nicht rechnest.“ Tagelang waren die Langläuferinnen des Deutschen Skiverbandes (DSV) für ihre Leistungen bei den nordischen Weltmeisterschaften in Liberec in Tschechien gescholten worden - am Donnerstag gewannen sie hinter Finnland und vor Schweden die Silbermedaille in der Staffel über viermal fünf Kilometer.

Und sie stahlen damit auch Ronny Ackermann, Eric Frenzel, Björn Kircheisen und Tino Edelmann die Schau, die im Teamwettkampf der Nordischen Kombination ebenfalls Zweite wurden - im Fotofinish besiegt von Japan, aber vor Norwegen mit dem wohl stärksten Läufer Magnus Moan am Schluss (siehe: Nordische Ski-WM: Deutsche Kombinierer wie immer Zweiter).

„Die Miri lassen wir nicht mehr weg“

Miriam Gössner, die Junioren-Weltmeisterin im Biathlon, war der Star in der Damenstaffel. Evi Sachenbacher-Stehle stand bewundernd im Ziel und brachte kaum einen vollständigen Satz zusammen. Tränen schossen ihr in die Augen, immer wieder presste sie die Finger im rosa Handschuh vor den Mund und stammelte: „Die kennt ja gar nix.“

Auf der großen Videowand sah sie, wie Miriam Gössner Sekunde für Sekunde aufholte, wie sie eine Konkurrentin nach der anderen überholte - und den Rückstand von 1:11,2 Minuten, den Evi Sachenbacher-Stehle nach ihrer Runde mit ins Ziel gebracht hatte, auf 16,1 Sekunden verkürzte. „Die Miri lassen wir nicht mehr weg“, sagte sie und rannte hinüber, um die junge Mannschaftskameradin in Empfang zu nehmen und mit ihr und Katrin Zeller gemeinsam zu bangen, was Claudia Nystad nun aus dieser Vorlage machen würde.

„Der frische Wind“ wirbelte das Feld durcheinander

Als Siebte hatte die erste deutsche Läuferin, Katrin Zeller, an Evi Sachenbacher-Stehle übergeben. Die machte zwar einen Platz gut, verlor aber viel Zeit, und es schien sich zu bestätigen, dass die deutschen Langlauf-Damen bei dieser WM von ihren besten Leistungen und damit von der Weltspitze meilenweit entfernt sind.

Doch „der frische Wind“, wie Behle hinterher Miriam Gössner nannte, wirbelte durch das Feld der internationalen Langlaufgrößen ohne Respekt, lief die beste Zeit ihrer Runde, und sagte anschließend: „Staffeln sind meine Lieblingsrennen.“ Sie habe keine Taktik gehabt, das sind nur fünf Kilometer, habe sie gedacht, „da musst du von Anfang an Gas geben und versuchen, an die anderen ranzulaufen“.

Nystad zeigte den Sprint ihres Lebens

Weil auch Claudia Nystad, im bisherigen Verlauf der WM sichtlich frustriert, endlich ihre Stärken ausspielte und vor allem den „den Sprint meines Lebens - zumindest bisher“ auf der Zielgeraden zeigte, konnte Miriam Gössner beinahe abgeklärt sagen: „Es ist ein guter Tag für uns alle.“

Claudia Nystad hatte sich schnell auf Rang drei vorgelaufen, Charlotte Kalla schien hinter ihr zu schwächeln. Doch kurz vor dem Ziel war die Schwedin plötzlich wieder da, zog an der Deutschen vorbei, und die musste sich neu sortieren, sich schnell eine andere Taktik überlegen. Wie schon oft in Staffelrennen war sie im Sprint die Schnellste, mit einem Ausfallschritt hatte sie die Schuhspitze vor der Schwedin im Ziel.

„Reden wir lieber über die Miriam“

Sie wussten alle, wem sie in erster Linie diesen Erfolg zu verdanken hatten. „Reden wir lieber über die Miriam“, sagte Evi Sachenbacher-Stehle. Behle fühlte sich bestätigt, hatte er doch durchgesetzt, dass die Biathletin nach ihrem Einsatz im Sprint auch in der Staffel an den Start durfte. „Sie läuft so, wie ihre Mentalität ist: frisch, ohne Angst, sie stellt sich in die Loipe, gibt Gas, so lange es geht.“

Die junge Frau nahm auch den Rummel unbeschwert auf. „Ich freue mich aber, wieder heimzukommen und mein Gewehr in die Hand zu nehmen“, sagte sie. Sie sei und bleibe nun mal eine Biathletin. Der Sportdirektor des DSV, Thomas Pfüller, der sie für den Langlauf ins Gespräch gebracht hatte, unterstützt sie dabei: „Sie bleibt, wo sie ist“, sagte er. „Man kann durchaus mal drüber nachdenken, sie einmal im Jahr auszuleihen - wenn wir nächstes Jahr zu Olympia fahren.“ Dort steht schließlich wieder eine Staffel auf dem Programm.

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