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Nordische Ski-WM: 50 Kilometer Männer Nur Tobias Angerer tanzt aus der Silberspur

01.03.2009 ·  Tobias Angerer ist am Schlusstag der nordischen Ski-Weltmeisterschaften Dritter über 50 Kilometer geworden. Seinen dritten Titel gewann der Norweger Northug, Zweiter wurde der Russe Wylegschanin. Damit gewann Angerer als einziger Deutscher in Liberec eine andere als eine Silbermedaille.

Von Christiane Moravetz, Liberec
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„Na, was wohl?“, sagte Björn Kircheisen, als er am Samstag ins Ziel des Großschanzen-Wettbewerbs der Nordischen Kombination gekommen war. Na, Silber eben - wie gehabt. Um rund dreißig Euro pro Kilo ist der Silberpreis in den letzten Tagen der nordischen Weltmeisterschaften von Liberec gefallen - die deutschen Skisportler sind mit ihrer Nachfrage sicher nicht schuld daran.

Nur Tobias Angerer, der Langläufer, tanzte aus der Reihe. Am Sonntag gewann er Bronze in einem spannenden Rennen über 50 Kilometer, in dem sich der Norweger Petter Northug beim dritten Start sein drittes Gold holte. Achtmal Silber, so Thomas Pfüller, der Sportdirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV), sei allerdings nicht achtmal verlorenes Gold. Achtmal Platz zwei hieße „achtmal an der Weltspitze dran“. Die Medaillen, zweimal erst im Fotofinish gegen Gold verloren, beweisen, dass der DSV breit aufgestellt ist. Denn im Medaillenspiegel tauchen vor den Deutschen einige Einzelkämpfer auf, die ihren Teams zu Glanz verhalfen.

Ski-Techniker aller Nationen griffen krass daneben

Die deutschen Langlauf-Männer müssen sich auch in Liberec nicht verstecken. „Die für uns mangelnden Ergebnisse in den ersten Wettbewerben kann man nicht den Athleten und Trainern anlasten“, sagte Pfüller. „Schwierige Bedingungen“ war eine der am häufigsten gehörten Formulierungen. Ski-Techniker aller Nationen waren zum Teil der Verzweiflung nah - und griffen krass daneben. „Es ist aber auch kein Grund, die Techniker zu verdammen“, so Pfüller. Immerhin präparierten sie für die beiden Silber-Staffeln und das Sprint-Duo der Männer perfekte Ski.

Den Technikern darf auch nicht angelastet werden, dass die Frauen eben nicht knapp dran sind an der Weltspitze - da täuscht auch das Staffel-Silber nicht darüber hinweg. Es bedurfte schon der Hilfe der Nachwuchsbiathletin Miriam Gössner, um nicht im Mittelmaß zu verschwinden. Nach der Saison werden die Konsequenzen gezogen, und die Tage des Frauen-Trainers Ismo Hämäläinen scheinen gezählt. Ihm hatte Bundestrainer Jochen Behle wiederholt vorgeworfen, zu nachgiebig mit den Läuferinnen umzugehen. Was sie von den Kritiken hielt, zeigte Claudia Nystad mit einer eindeutigen Geste.

Ackermann konnte in der Loipe nicht mithalten

Die deutschen Kombinierer, die bei den vergangenen Weltmeisterschaften die Weltspitze bildeten, haben mit der überraschenden Silbermedaille von Tino Edelmann, mit Platz zwei im Team-Wettbewerb und mit Kircheisens Silber am Samstag zu drei Vierteln das vorgegebene Ziel erreicht. „Eine Medaille in jedem Wettkampf“, hatte Bundestrainer Hermann Weinbuch gefordert.

Krankheiten im Vorfeld zwangen ihn „zum Flicken“. So konnte der dreifache Weltmeister Ronny Ackermann in der Loipe immer noch nicht mithalten. Er wird die Saison vorzeitig beenden. Kircheisen dagegen vermittelte das Ergebnis vom Samstag nach Platz 26 und Rang 45 in den Einzel-Wettbewerben zuvor ein Gefühl des Triumphes. „Es ist wichtig für seine Zukunft, dass er nach den beiden Watschen wieder aufgestanden ist“, sagte Weinbuch.

Kuitunen, Saarinen, Kowalczyk: einschlägige Erfahrungen

Rund tausend Doping-Proben nahm der Internationale Skiverband, der das größte Anti-Doping-Programm außerhalb Olympischer Spiele aufgelegt hatte, in Liberec. „Was im Biathlon passiert ist, wird auch den Langläufern nicht verborgen geblieben sein“, sagte Pfüller. So mancher Sieger von Liberec hat schließlich einschlägige Erfahrung: Die Finnin Virpi Kuitunen, zweifache Weltmeisterin 2009, ist eine der Überführten im finnischen Doping-Skandal der WM von 2001, ihre dreifache Gold-Kollegin Aino Kaisa Saarinen wird ebenfalls trainiert von Jarmo Riski, der in den Skandal verwickelt war.

Zwei Titel gewann in Liberec die Polin Justyna Kowalczyk, die ebenfalls schon eine Doping-Sperre abgesessen hat. Ob Pfüllers Einschätzung zutrifft - „ich gehe einfach davon aus, dass wir hier saubere Wettkämpfe erlebt haben“ -, wird sich in zwei Wochen zeigen. Dann gibt es vielleicht noch einmal Ergebnisse von Liberec.

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