13.02.2009 · Die „Face de Bellevarde“ wird mit dem Sieg von Carlo Janka im Riesenslalom endgültig zur Schweizer Erfolgsstrecke. Die erfolgsverwöhnten Österreicher müssen bei der alpinen Ski-WM indes weiter auf den ersten Titel warten. Felix Neureuther schaffte es unter die Top 20.
Von Peter Penders, Val d'IsèreNach ihrer bislang hervorragenden Weltcupsaison waren die Schweizer Skifahrer mit großem Optimismus zur alpinen Weltmeisterschaft nach Val d'Isère gereist - und nun sind sie drauf und dran, die kühnsten Erwartungen ihrer Fans sogar zu übertreffen. Im dritten Männerrennen gab es am Freitag im Riesenslalom die vierte Medaille für die Eidgenossen, und diesmal war es wieder eine goldene. Carlo Janka, der in der Abfahrt den dritten Platz belegt hatte, sicherte sich den WM-Titel mit 79 Hundertstelsekunden Vorsprung vor Benjamin Raich, der damit die erste Medaille bei den Männern für den Österreichischen Ski-Verband gewann. Platz drei ging an den Amerikaner Ted Ligety, der im zweiten Durchgang vom neunten Platz aus noch weit vorrückte (siehe auch: Ergebnisse Wintersport).
Die „Face de Bellevarde“ wurde mit dem Sieg von Janka aber endgültig zur Schweizer Erfolgsstrecke. Didier Cuche, diesmal Sechster, hatte hier zuvor bereits den Superriesenslalom gewonnen und als Zweiter den Abfahrtstitel nur um vier Hundertstelsekunden verpasst. Janka aber bestätigte mit seinem Sieg, was der 22 Jahre alte Schweizer schon nach dem Riesenslalom bei der WM-Generalprobe im Dezember prophezeit hatte.
„Da wäre noch mehr drin gewesen“
„Dieser Berg liegt mir“, hatte er nach dem ersten Weltcupsieg seiner Laufbahn gesagt und durfte das nun erst recht behaupten. Vor den beiden abschließenden Slalomrennen führt die Schweiz, zu deren gutem Abschneiden Lara Gut bei den Frauen mit zwei zweiten Plätzen beigetragen hat, die Nationenwertung überlegen an.
Ein wenig Sicherheit konnte die erste Bekanntschaft mit der „Face de Bellevarde“ auch Felix Neureuther vermitteln, der im Weltcup zwölfmal hintereinander nicht in die Wertung gekommen war, diesmal aber mit Platz 19 das beste Riesenslalom-Ergebnis seiner Karriere erreichte. „Ich bin sogar zu vorsichtig gefahren, da wäre noch mehr drin gewesen“, sagte Neureuther, der andererseits aber froh war, endlich mal wieder das Ziel erreicht zu haben. In seiner Spezialdisziplin Slalom war er zuletzt im Weltcup viermal nacheinander ausgeschieden und gehört deshalb beim letzten WM-Rennen am Sonntag nur zu den Außenseitern.