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Insolvenzverfahren Gläubiger besiegeln das Aus für Quelle

11.11.2009 ·  Fast ohne Widerspruch haben die Quelle-Gläubiger die Entscheidung des Insolvenzverwalters akzeptiert, das Versandhaus zu liquidieren. Auf ihr Geld werden sie noch Jahre warten, weil viele Kunden in Raten zahlen.

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Rund 82 Jahre nach der Gründung des Versandhauses Quelle ist das Aus für das zahlungsunfähige Traditionsunternehmen besiegelt. Drei Wochen, nachdem Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg die Investorensuche abgebrochen und den Ausverkauf des Lagerbestands eingeleitet hatte, haben die Quelle-Gläubiger am Mittwoch auf eine weitere Abstimmung verzichtet. Ein Antrag zur Zukunft des Unternehmens wurde nicht mehr gestellt.

Die Gläubiger des zahlungsunfähigen Versandhauses werden noch Jahre auf Geld aus der Konkursmasse des Unternehmens warten müssen. Der Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg erklärte am Mittwoch auf der Gläubigerversammlung in Essen, rund 40 Prozent der Quelle-Kunden hätten von der Möglichkeit des Ratenkaufs Gebrauch gemacht. Deshalb werde die Realisierung der verbliebenen Vermögenswerte über 2012 hinaus dauern.

Görg hat die Liquidation des Versandhauses als unvermeidlich verteidigt. Trotz aller Bemühungen sei es nicht gelungen, einen Käufer für das seit Jahren rote Zahlen schreibende Unternehmen zu finden. Von 30 Interessenten hätten vier ein unverbindliches Angebot abgegeben. Zu einem Vertragsabschluss sei jedoch schließlich niemand bereit gewesen. Alle Bemühungen um eine Wiederbelebung seien vergeblich gewesen.

10.000 Gläubiger fordern 1,7 Milliarden Euro

Insgesamt bezifferte der Insolvenzverwalter die ausstehenden Forderungen an Quelle-Kunden auf rund 800 Millionen Euro. Der größte Teil davon gehe zwar an die Factoring-Banken, die in der Vergangenheit dem Versandhaus seine Kundenforderungen abgekauft hätten. Doch sei für Quelle nach 2012 noch mit Einnahmen von bis zu 110 Millionen Euro zu rechnen. Dies müsse abgewartet werden, bevor mit der Auszahlung begonnen werden könne.

Insgesamt haben die rund 10.000 Gläubiger des Arcandor-Tochterunternehmens Forderungen in Höhe von 1,7 Milliarden Euro angemeldet. Dazu gehören neben Lieferanten auch Dienstleister und zahlreiche Quelle-Beschäftigte.

Am Montag hatten die Arcandor-Gläubiger bereits die Abwicklung der Dachgesellschaft beschlossen. Hoffnung besteht dagegen für die Arcandor-Handelstochter Karstadt, für die nach einem Investor gesucht werden soll.

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