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Pisa-Studie „Schlechte Bildungschancen für Kinder aus Migrantenfamilien“

15.05.2006 ·  Laut einer Sonderauswertung der Pisa-Studie sind die Leistungsunterschiede zwischen einheimischen Schülern und solchen aus Migrantenfamilien in Deutschland besonders groß. Die Bundesregierung kündigt Konsequenzen an.

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Die Bildungschancen für Kinder aus Migrantenfamilien sind an Deutschlands Schulen schlechter als in anderen Staaten. Laut einer am Montag in Berlin vorgestellten Sonderauswertung der internationalen Pisa-Studie sind die Leistungsunterschiede zwischen einheimischen Schülern und solchen aus Migrantenfamilien besonders groß. Während sich in fast allen anderen Industriestaaten die Schulleistungen der Kinder mit Dauer des Aufenthaltes ihrer Familien verbessern, werden sie in Deutschland deutlich schlechter.

Über 25 Prozent der Schüler der ersten Generation, die nicht in Deutschland geboren sind und deren Eltern aus dem Ausland stammen, erreichen in Mathematik nicht das Basisniveau. Unter den Jugendlichen der zweiten Generation, die hier geboren sind, liegt der Anteil sogar bei mehr als 40 Prozent. Diese Beobachtung gibt es ansonsten nur noch in Dänemark und dem flämischen Teil Belgiens - allerdings nicht so ausgeprägt wie in Deutschland.

Drei Jahre hinter gleichaltrigen Deutschen

Besonders groß ist laut der Studie der Leistungsabstand zwischen einheimischen Schülern und Migrantenkindern dann, wenn im Hause der Ausländerfamilie nicht deutsch gesprochen wird. 15 Jahre alte Schüler liegen dann in Mathematik im Schnitt mit ihren Leistungen drei Jahre hinter gleichaltrigen Deutschen.

Die OECD-Bildungsforscher sehen aber keinen grundsätzlichen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Zuwanderer und den Leistungsunterschieden. Die Ergebnisse widerlegten die Annahme, wonach sich eine hohe Einwanderung im allgemeinen negativ auf die Integration auswirke. So waren etwa in den klassischen Einwanderungsländern Australien, Kanada und Neuseeland die Leistungen der Schüler aus Migrantenfamilien mit denen einheimischer Schüler vergleichbar.

Für die Sonderauswertung der bereits vorliegenden Pisa-Studie wurden die Erfolgschancen von Migrantenkindern in 17 Ländern verglichen.

Schavan kündigt Konsequenzen an

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) kündigte als Konsequenz an, daß die Bundesregierung die Bildungschancen von Migrantenkindern verbessern wolle. Der Bericht zeige Befunde, die weitere Maßnahmen notwendig machten. Die frühe Förderung müsse „hohe Priorität haben“.

Der Vizepräsident der Kultusministerkonferenz, Berlins Bildungssenator Klaus Böger (SPD), sagte: „Der Schlüssel für Bildungserfolg und Integration ist die Kompetenz in der deutschen Sprache.“ Dies unterstreiche der Bericht.

Die Staatsministerin für Integration, Maria Böhmer (CDU), sagte: „Alarmierend dabei ist vor allem, daß hier geborene Kinder ausländischer Eltern, die von Anfang an das deutsche Schulsystem durchlaufen haben, in ihren Leistungen schlechter sind als Kinder, die später aus dem Ausland zugewandert sind.“

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