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WM-Testspiele Frankreich überzeugend, Italien nicht

01.06.2006 ·  Frankreich fertigte Dänemark 2:0 ab und nähert sich peu à peu ansprechender Form, Italien spielte dagegen in der Schweiz nur 1:1 und hat ein System-Problem. Paraguay besiegte Georgien 1:0, der Iran gewann 5:2 gegen Bosnien.

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Ex-Weltmeister Frankreich nähert sich peu à peu ansprechender Form. Vier Tage nach dem 1:0-Sieg gegen Mexiko feierte die „Equipe Tricolore“ am Mittwoch in Lens einen ungefährdeten 2:0 (1:0)-Erfolg über Dänemark. „Es war nur ein weiteres Vorbereitungsspiel, aus dem man nicht zu viele Schlüsse ziehen sollte. Aber ein Sieg ist immer gut für das Selbstvertrauen“, sagte Trainer Raymond Domenech nach dem Erfolg des WM-Champions von 1998 gegen die zuvor in zwölf Spielen ungeschlagenen Dänen.

Thierry Henry (13. Minute) und Silvain Wiltord (76./Foulelfmeter) sorgten vor 39.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion Felix Bollaert für eine erfolgreiche Revanche für die beim torlosen WM-Desaster 2002 in Südkorea erlittene 0:2-Vorrundenniederlage gegen die Skandinavier. Für Domenech waren die Dänen der ideale Testgegner, „denn sie gleichen den Mannschaften, mit denen wir es in Deutschland zu tun haben werden“.

Frankreich mit Spiellaune

Seine positive Erkenntnis aus dem vorletzten Test, dem am 7. Juni in St. Etienne die WM-Generalprobe gegen China folgt: „Wir haben diesmal viel schneller gespielt. Spiellaune, Solidarität, Klarsicht und Intelligenz waren mit von der Partie.“

Für den Faktor Schnelligkeit sorgte vor allem Henry, der beste Mann auf dem Platz. Der erstmals seit dem Champions-League-Finale spielende Arsenal-Stürmerstar war ein ständiger Gefahrenherd für die Dänen-Abwehr. Mit seinem 32. Länderspieltor nach Kopfball-Zuspiel von Louis Saha näherte er sich bis auf neun Treffer dem französischen Rekord-Torschützen Michel Platini. Doch Henry hielt den Ball flach: „Wir werden stärker, aber es fehlt noch an der Feinabstimmung.“

Italien mit Verspätung

Der Star nur ein Schatten, das System gescheitert und die Spieler noch nicht in WM-Form: Elf Tage vor dem ersten Endrunden-Duell gegen Ghana regiert bei der „Squadra Azzurra“ das Prinzip Hoffnung. „Wie 1982! Italien mit Verspätung, aber im magischen Jahr war es auch so“, titelte die „Gazzetta dello Sport“ nach dem mageren 1:1 gegen die Schweiz. Vor 24 Jahren hatten die Italiener im letzten Test gegen die Eidgenossen ebenfalls nur ein Unentschieden erreicht und dann den dritten WM-Titel geholt.

Trainer Marcelo Lippi gab sich nach dem glanzlosen Auftritt vor 30.000 Zuschauern in Genf gelassen. „Ich habe das gesehen, was ich von meinen Spielern verlangt habe. Ich war auch zufrieden mit Francesco Totti, auch wenn klar ist, daß er noch Steigerungspotenzial hat. In der zweiten Halbzeit lief es schon besser als vor der Pause“, sagte Lippi.

Totti: „Ich würde mich aufstellen“

Bei seinem Comeback knapp vier Monate nach einem Wadenbeinbruch konnte Totti dem italienischen Spiel keine Impulse verleihen. „Ich bin erst bei 60 Prozent. In zwei Wochen werde ich in Top-Form sein. Ich würde mich gegen Ghana aufstellen“, verkündete der Mittelfeldspieler vom AS Rom selbstbewußt.

Sollte Lippi dem 29-Jährigen vertrauen, dürfte in der Stammformation kein Platz mehr für Alessandro del Pierro sein. Das 4-3-2-1-System mit dem Star-Duo als hängendenSpitzen hinter Torjäger Gilardino, dessen Führungstor (11.) Daniel Gygax (32.) ausglich, scheiterte gegen die Schweiz kläglich. „Es ist wohl besser, mit zwei Stürmern zu spielen“, räumte Lippi kleinlaut ein.

Paraguay und Iran mit guten Resultaten

Paraguay feierte den ersten Sieg in seiner Vorbereitungs-Serie. Bundesliga-Profi Nelson Valdez (37.) schoß die Südamerikaner im österreichischen Dornbirn zum Sieg über die von Klaus Toppmöller trainierte Auswahl Georgiens. Zuvor hatte Paraguay gegen Norwegen (2:2) und Dänemark (1:1) jeweils Remis gespielt.

Der Iran schloß trotz eines frühen Zwei-Tore-Rückstandes sein Trainingslager in der Heimat erfolgreich ab. Das Team des kroatischen Trainers Branko Ivankovic bezwang in Teheran Bosnien-Herzegowina klar. Zbada Missimovic (4.) und Noch-HSV-Profi Sergej Barbarez (17.) brachten die Gäste überraschend in Führung. Mehrzad Madanchi (26.), Rahman Rezaei (44.), Vahid Hashemian von Hannover 96 (45.) sowie Reza Enayati (89.) und Rassioul Khatibi (90.+2) drehten das Spiel noch um.

Trinidad/Tobago chancenlos gegen Slowenien

Zwei Wochen vor ihrem Auftaktspiel in der Gruppe H gegen Tunesien mußte sich die saudi-arabische Mannschaft von Trainer Marcos Paqueta in Offenbach dem WM-Dritten von 2002 aus der Türkei verdientermaßen 0:1 geschlagen geben. Vor 10.000 Zuschauern, darunter 9000 Türken, aber nur einige wenige Saudis, erzielte Necati Ates (67.) das Siegtor.

Chancenlos war auch Trinidad/Tobago gegen Slowenien. Matchwinner für die Gastgeber war in Celje der dreifache Torschütze Milivoj Novakovic (4./16./77.). Für die „Soca-Warriors“, die der Niederländer Leo Beenhakker trainiert, traf England-Legionär Chris Birchall (26.).

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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