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Trainer-Umfrage Brasilien gegen den Rest der WM

06.06.2006 ·  Wenig überraschend, aber Brasilien ist für 24 von 32 Trainern WM-Favorit. Da Mehrfachnennungen möglich waren, schneiden auch Deutschland (15), Argentinien, Italien und England (je 11) gut ab. Aber es gibt auch originelle Prognosen wie Japan und die Schweiz.

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Wenig überraschend, aber Rekordweltmeister Brasilien ist für die Trainer der 32 WM-Teilnehmer der eindeutige Favorit bei der Endrunde in Deutschland. 24 Fußballlehrer nannten die Selecao in einer Umfrage des Sport-Informations-Dienstes als Titelkandidaten. Härtester Konkurrent ist Gastgeber Deutschland, den 15 Trainer als möglichen Weltmeister sehen. In den engeren Favoritenkreis gehören auch die Ex-Weltmeister Argentinien, Italien und England (je 11). Mehrfachnennungen waren möglich.

Die Tipps der Trainer im Einzelnen

Oliveira Goncalves (Angola): „Es mag langweilig klingen, aber auch für mich ist Brasilien der eindeutige WM-Favorit. Von den Europäern schätze ich die Portugiesen besonders hoch ein. Die Deutschen werden mit dem Heimvorteil im Rücken eine gute Rolle spielen, aber an den Titel glaube ich nicht.“

Jose Pekerman (Argentinien): „Selten ist ein Team als so eindeutiger Favorit zu einer WM gekommen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist Brasilien der einzige Titelkandidat. Es gibt aber viele Teams, die es bis ins Finale schaffen können. Wir gehören dazu.“

Trainer-Umfrage: Brasilien gegen den Rest der WM

Guus Hiddink (Australien): „Die Deutschen sind nicht der Top-Favorit. Aber sie spielen zu Hause, sie haben ihre Fans im Rücken. Das wird sie beflügeln. Sicherlich haben sie nicht die fußballerischen Mittel wie Brasilien, Italien oder auch Holland. Aber das war auch 2002 so und trotzdem wurde Deutschland verdient Vize-Weltmeister.“

Carlos Alberto Parreira (Brasilien): „Alle, die schon mal Weltmeister waren, sind auch jetzt wieder Favorit - natürlich mit Ausnahme von Uruguay, das gar nicht dabei ist. Ich möchte nicht vorzeitig zurückkehren, sondern als Weltmeister. Denn bei uns daheim zählt nur Platz eins.“

Alexandre Guimaraes (Costa Rica): „Einen Vorsprung hat Brasilien. Aber auch England hat eine Generation von Spielern, die schon Erfahrung einer WM mitbringen. Ich sehe auch sie mit großen Chancen. Für mich sind auch die Deutschen ein ernster Titelkandidat.“

Jürgen Klinsmann (Deutschland): „Brasilien und Argentinien sind sicherlich die großen Favoriten. Aber unser Ziel bleibt, daß wir mit dem Publikum im Rücken Weltmeister werden wollen.“

Luis Suarez (Ecuador): „Zweifellos ist Deutschland ein Favorit, genauso wie Brasilien, Argentinien und alle früheren Weltmeister, aber auch die Niederlande.“

Henri Michel (Elfenbeinküste): „Dazu äußere ich mich nicht. Wenn wir die Vorrunde überstehen, könnten wir eine Rolle wie Senegal vor vier Jahren spielen.“

Sven-Göran Eriksson (England): „Ich denke, wir gewinnen den Titel. Alles was wir brauchen, ist ein bißchen Glück, keine Verletzungen und gute Schiedsrichter. Diese Erwartung ist eine Motivation, keine Last.“

Raymond Domenech (Frankreich): „Ich gebe keinen Tipp ab. Ich rede nur über das erste Spiel gegen die Schweiz und über das Endspiel, bei dem Frankreich dabei ist.“

Raomir Dujkovic (Ghana): „Brasilien ist Favorit. Eine Chance haben vielleicht auch Argentinien und Deutschland.“

Branko Ivankovic (Iran):; „Es gibt keinen eindeutigen Favoriten. Neben Brasilien haben England, Argentinien, Italien und Portugal vom technischen und taktischen Potenzial her das Zeug, sehr weit zu kommen. Deutschland ist nicht mehr die dominierende Fußball-Nation früherer Jahre, der Heimvorteil wird sich jedoch auszahlen.“

Marcello Lippi (Italien): „Deutschland gehört für mich zu den Favoriten bei der WM. Sie waren beim Confed-Cup stärker als Brasilien. Um den Titel spielen auf jeden Fall Brasilien mit den stärkten Stürmern der Welt, England und Italien. Wir haben die richtige Mischung aus erfahrenen und jüngeren Spielern und sind zu einem richtigen Team zusammengewachsen. Wir haben die Reife für den Titel.“

Zico (Japan): „Wir sind gekommen, um zu siegen. Das Halbfinale kann für uns machbar sein. Die Favoriten sind Brasilien und Deutschland wegen des Heimvorteils.“

Zlatko Kranjcar (Kroatien): „Favorit ist vor allem Brasilien. Danach kommen England, Argentinien, Deutschland und Italien. Für uns wäre ein Ausscheiden nach der Gruppenphase ein totaler Mißerfolg. Ich bin aber überzeugt, daß wir mehr Qualität als Australien und Japan haben.“

Ricardo La Volpe (Mexiko): „Ganz klar - Brasilien. Keine andere Mannschaft hat Spieler dieser Qualität. Vielleicht hat Deutschland eine kleine Chance wegen des Heimvorteils.“

Marco van Basten (Niederlande): „Ich weiß nicht, wo wir am Ende landen werden. Aber Deutschland ist für uns ein gutes Pflaster. Es wäre dort nicht unser erstes Finale. Bei einer WM gibt es immer viele Überraschungen. Meine Favoriten sind Frankreich, England und Brasilien.“

Anibal Ruiz (Paraguay): „Die Favoriten? Die gleichen wie immer. Brasilien, Argentinien, Italien und Deutschland.“

Pawel Janas (Polen): „Ich gebe keine Prognosen ab.“

Luiz Felipe Scolari (Portugal): „Wir haben uns im Vergleich zur EM 2004 weiterentwickelt. Wir gehören zu den acht Teams, die den Titel gewinnen können. Favoriten sind die Länder, die schon mal Weltmeister waren.“

Marcos Paqueta (Saudi-Arabien): „Natürlich ist Brasilien der Favorit auf den WM-Titel, sie haben den besten Kader und sind gut eingespielt. Aber die WM findet in Europa statt, vielleicht ist das ein Vorteil für Teams wie Italien oder England. Man darf aber auch Deutschland nicht vergessen. Sie haben den Heimvorteil. Und wenn sie es wieder bis ins Finale schaffen, dann ist alles möglich.“

Ilija Petkovic (Serbien und Montenegro): „Ich mag keine Prognosen. Aber ich habe das Gefühl, daß es einen Überraschungsweltmeister geben wird. Wir fahren nicht nach Deutschland, um Erinnerungsfotos zu schießen. Bei jeder WM bleiben Favoriten auf der Strecke, in unserer Gruppe wird es entweder Argentinien oder Holland nicht schaffen.“

Lars Lagerbäck (Schweden): „Die Brasilianer sind für mich die absoluten Top-Favoriten. Wenn sie allerdings vorzeitig ausscheiden sollten, gibt es etwa zehn Mannschaften, die Weltmeister werden können. Warum sollten wie hier antreten, wenn wir nicht auch das Ziel WM-Titel hätten, auch wenn wir nicht die Möglichkeiten haben wie manch anderes Team.“

Köbi Kuhn (Schweiz): „Die üblichen Kandidaten Brasilien, Argentinien, Italien und einige europäische Geheimfavoriten. Außenseiterchancen hat auch die Schweiz. Wir sind sehr selbstbewußt und stecken uns hohe Ziele. Alles andere wäre ein falsches Signal.“

Luis Aragones (Spanien): „Die Favoriten sind Brasilien, Italien, Deutschland und Argentinien. Aber wir wollen Weltmeister werden.“

Dick Advocaat (Südkorea): „Ich denke, von den individuellen Fähigkeiten her ist es Brasilien. Das bedeutet aber nicht automatisch, daß sie Champion werden, weil Faktoren wie Glück und Form der Spieler bei einem Turnier eine Rolle spielen.“

Otto Pfister (Togo): „Mein Favorit sind die Engländer, weil sie eine sehr kompakte und starke Mannschaft haben.“

Leo Beenhakker (Trinidad und Tobago): „Ganz klar Brasilien.“

Karel Brückner (Tschechien): „Mein Favorit ist Brasilien. Das ist die stärkste Mannschaft, sie spielt den effektivsten Fußball und hat die stärksten Persönlichkeiten.“

Roger Lemerre (Tunesien): „Dazu möchte ich mich nicht äußern.“

Oleg Blochin (Ukraine): „Es wäre eine Schande, wenn wir die Vorrunde nicht überstehen. Für den Titel kommen eine ganze Reihe von Teams in Frage. Wenn wir ihn gewinnen, lasse ich mir eine Glatze schneiden.“

Bruce Arena (Vereinigte Staaten von Amerika): „Mein klarer Favorit ist Brasilien. Sie haben eindeutig die besten Fußballer, und sie haben die Erfahrung als Titelverteidiger. Sie wissen, wie man eine WM gewinnt. Unser Ziel ist es die Vorrunde zu überstehen. Wenn wir dann im Achtelfinale auf Brasilien treffen sollten, wäre ich der glücklichste Mensch der Welt.“

Quelle: FAZ.NET mit Material von sid
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