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Nationalmannschaftsnamen Schwarze Antilopen und eine Rote Furie

24.05.2006 ·  Nationalteams in aller Welt hören auf eigentümliche Spitznamen - und bei vielen sind Tiernamen sehr beliebt. So werden die Kicker aus Südkorea „Tiger“ genannt, und das Team aus Tunesien „die Adler von Karthago“. Der WM-Zoo bei FAZ.NET.

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Daß die brasilianische Nationalmannschaft an der Copacabana „Selecao“ genannt wird, weiß mittlerweile fast jeder Fußball-Fan. Daß Ronaldinho und Co. in ihrer Heimat aber auch als „Os Canarinhos“, als die Kanarienvögel bekannt sind, haben bisher nur wenige vernommen. Nationalteams in aller Welt hören auf meist sehr lustige, eigentümliche Spitznamen - das gilt auch für die meisten der 32 Mannschaften bei der WM. Die Spieler von Deutschlands erstem Vorrundengegner Costa Rica etwa sind ihren Landsleuten als „Ticos“ ein Begriff. Das Wort hat eigentlich keine Bedeutung, bezeichnet aber die in Costa Rica gebräuchliche Diminutiv-Endung (Verkleinerungsform) im Spanischen. Spanisch chiqui-tito heißt auf deutsch sehr klein, oder winzig, der Costa-Ricaner würde aber chiqui-tico sagen.

Bei den afrikanischen WM-Teilnehmern sind Tiernamen sehr beliebt. Die Kicker aus Angola werden „Schwarze Antilopen“ genannt, aus Togo fliegen „die Sperber“, aus Tunesien „die Adler von Karthago“ ein. Die „Elefanten“ kommen von der Elfenbeinküste - nur Ghana tanzt mit seinen „Schwarzen Sternen“ aus der Reihe. Ohne Spitznamen kommt neben den USA und Japan, das jedoch bisweilen als „Blues“, also Blaue den Rasen betritt, nur Gastgeber Deutschland aus. Die Bezeichnungen „Klinsmänner“, „Adlerträger“, oder das von Franz Beckenbauer einst hämisch erfundene „Rumpelfüßler“ sind nur temporäre Erscheinungen. Im Ausland spricht man von der DFB-Elf aber noch immer ehrfürchtig und auf deutsch von „der Mannschaft“.

Die Spitznamen der 32 WM-Mannschaften:

ANGOLA: „Palancas Negras“, Schwarze Antilopen.

Die Spitznamen aller WM-Teams

ARGENTINIEN: „Albiceleste“, für die Landesfarben Weiß und Himmelblau. Als „Gauchos“ werden die Spieler außerhalb Argentiniens bezeichnet. Die Mannschaft bzw. Auswahl heißt - wie bei allen anderen spanisch sprachigen Ländern - in Argentinien „Seleccion“.

AUSTRALIEN: „Socceroos“, zusammengesetztes Wort aus Soccer / Fußball und Kangaroos / Känguruhs.

BRASILIEN: „Os Canarinhos“, die Kanarienvögel. Oder „Selecao“, die Auswahl.

COSTA RICA: „Ticos“. Das Wort hat keine Bedeutung, bezeichnet aber die in Costa Rica gebräuchliche Diminutiv-Endung im Spanischen. Bsp.: span. chiqui-tito = dt. winzig; auf costa-rica-spanisch heißt es aber chiqui-tico.

DEUTSCHLAND: Der Deutsche hat keinen Spitznamen für sein liebstes Kind. Im Ausland wird die DFB-Elf oft „Die Mannschaft“ genannt.

ECUADOR: „Los Tricolores“, die Dreifarbigen.

ELFENBEINKÜSTE: „Elephants“, die Elefanten.

ENGLAND: „The Lions“, die Löwen. Bisweilen auch „Three Lions“, drei Löwen, wegen der drei Löwen im Wappen des Fußball-Verbandes FA.

FRANKREICH: „Les Bleus“, die Blauen. Bisweilen auch „Equipe Tricolore“, die dreifarbige Mannschaft.

GHANA: „Black Stars“, Schwarze Sterne.

IRAN: „Team Melli“. Melli heißt national, Team Melli also Nationalmannschaft. Oder: „Die Löwen von Persien“.

ITALIEN: „Squadra Azzurra“, blaue Mannschaft. Oder: „Gli Azzurri“, die Blauen.

JAPAN: Eigentlich kein Spitzname, bisweilen aber „Blues“, Blaue.

KROATIEN: „Vatreni“, die Feurigen.

MEXIKO: „El Tri“ („El Tricolor“), die Dreifarbige.

NIEDERLANDE: „Oranje“, bisweilen auch „Elftal“ (für die Mannschaft). Als „Oranjes“ werden in den Niederlanden ausschließlich die Mitglieder des Königshauses bezeichnet.

POLEN: „Bialo-czerwoni“, die Weiß-Roten.

PORTUGAL: „Seleccao das Quinas“. Seleccao heißt Auswahl auf Portugiesisch, das Wort Quinas bezeichnet das portugiesische Wappen mit den in Kreuzform gestellten fünf kleinen Schilden im Zentrum.

PARAGUAY: „Los Guaranies“, Bezeichnung der Ureinwohner. Oder: „Albirroja“, die Weiß-Rote.

SAUDI-ARABIEN: „Die Wüstensöhne“. Oder: „Brasilianer des Orients“ (Im deutschen oder internationalen Sprachgebrauch).

SCHWEDEN: „Tre Kronor“, für die drei Kronen im Wappen. Oder: „Blaagult“, Blau-Gelb.

SCHWEIZ: „Nati“.

SERBIEN & MONTENEGRO: „Plavi“, die Blauen.

SPANIEN: „La Seleccion“, die Mannschaft. Oder: „La Furia Roja“, die „Rote Furie“.

SÜDKOREA: „Tiger“. Während der WM 2002 entstand auch „Red Devils“, Rote Teufel. Oder: „Taeguk Warriors“. Warriors heißt Krieger, Taeguk ist der Name des Symbols in der Nationalflagge.

TOGO: „Les Eperviers“, die Sperber.

TRINIDAD & TOBAGO: „Soca Warriors“. Warriors heißt Krieger, das Wort Soca steht nicht für Fußball, sondern bezeichnet die auf den Inseln typische Tanzmusik - ein Mix aus Soul und Calypso.

TSCHECHISCHE REPUBLIK: „Reprezentace“, die Vertretung.

TUNESIEN: „Les Aigles de Carthage“, die Adler von Karthago.

UKRAINE: „Sbirna“, die Mannschaft.

VEREINIGTE STAATEN VON AMERIKA: In den Vereinigten Staaten gibt es traditionell keine Spitznamen für Nationalmannschaften. Die zahlreichen organisierten Anhänger der Fußball-Nationalmannschaft nennen sich „Sam's Army“.

Quelle: FAZ.NET mit Material von sid
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