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Juve-Skandal Italien zieht WM-Schiedsrichter zurück

13.05.2006 ·  Der italienische Fußball-Verband (FIGC) hat im Zuge des Skandals um Spielmanipulationen den für die WM nominierten Schiedsrichter Massimo De Santis und seine beiden Assistenten zurückgezogen.

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Der italienische Fußball-Verband (FIGC) hat im Zuge des Skandals um Spielmanipulationen den für die Weltmeisterschaft nominierten Schiedsrichter Massimo De Santis und seine beiden Assistenten Alessandro Griselli und Marco Ivaldi zurückgezogen. Das berichtete das italienische Fernsehen am Samstag. De Santis wird beschuldigt, Spiel-Absprachen mit Juventus Turins inzwischen zurückgetretenem Sportdirektor Luciano Moggi getroffen zu haben.

Der Weltverband Fifa wird für De Santis keinen Ersatzmann nominieren. Dies bestätigte Sprecher Andreas Herren am Samstag. Fifa-Präsident Joseph Blatter habe das Nachrücken eines Referees ausgeschlossen. Somit kann sich auch der im Auswahlverfahren gescheiterte deutsche Schiedsrichter Herbert Fandel keine neuen Hoffnungen auf einen WM-Einsatz machen. Einziger deutscher WM-Schiedsrichter bleibt Markus Merk. Die 64 WM-Partien bei dem Turnier in Deutschland werden von nur noch 22 Schiedsrichtern geleitet.

Auch Ermittlungen gegen AC Mailand

Der Skandal im italienischen Fußball weitet sich derweil weiter aus. Nationaltorwart Gianluigi Buffon soll italienischen Medien zu Folge am Samstag von der Staatsanwaltschaft vernommen worden sein. Nach Juventus Turin, Lazio Rom und dem AC Florenz ist mit dem AC Mailand zudem ein vierter Traditionsclub in den Skandal hineingezogen worden.

Die Staatsanwaltschaft Neapel habe auch den Club von Silvio Berlusconi ins Visier genommen, berichtete „La Gazzetta dello Sport“ am Samstag. Bislang hätten sich jedoch keine schwerwiegenden Verdachtsmomente gegen den Club oder Milan-Funktionäre ergeben.

Politiker soll Verband kommissarisch leiten

„Wir haben nichts mit dem Skandal zu tun“, betonte der AC Mailand. Milans Vize-Präsident Adriano Galliani warnte auch bei den anderen Clubs vor Vorverurteilungen. „Noch ist nichts bewiesen“, sagte Galliani. Wer Fehler gemacht habe, müsse aber dafür zahlen.

Die neue italienische Regierung unter Ministerpräsident Romano Prodi kündigte unterdessen an, den nach dem Rücktritt von Präsident Franco Carraro führungslosen Fußballverband (FIGC) von einem Politiker kommissarisch leiten zu lassen. Der vorgeschlagene frühere Staatssekretär von früheren Ministerpräsident Berlusconi, Gianni Letta, lehnte jedoch ab. Letta hatte sich im Vorfeld der Olympischen Spiele in Turin mehrfach als erfolgreicher Krisenmanager bewährt.

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