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Fußball WM-Kader: So spielen die anderen

15.05.2006 ·  Zwei Debütanten kommen bei Frankreich zum Zuge, die Holländer lassen ihren Torschützenkönig daheim: Nicht nur Deutschland, auch seine WM-Gegner geben ihr Aufgebot für das Turnier bekannt.

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Zwei Debütanten kommen bei Frankreich zum Zuge, die Holländer lassen ihren Torschützenkönig daheim: Nicht nur Deutschland, auch seine WM-Gegner geben ihr Aufgebot für das Turnier bekannt. Ein Überblick.

Brasilien

Titelverteidiger Brasilien geht mit vier Profis aus der Fußball-Bundesliga zur Weltmeisterschaft nach Deutschland. Zé Roberto, Lucio (beide Bayern München), Juan (Bayer Leverkusen) und Gilberto (Hertha BSC Berlin) wurden am Montag in Rio de Janeiro von Trainer Carlos Alberto Parreira ebenso in das 23er- Aufgebot berufen wie die Superstars um Ronaldinho (FC Barcelona), Ronaldo, Robinho Carlos (beide Real Madrid) und Kaká (AC Mailand).

Spanien

Stürmerstar Fernando Morientes vom englischen Fußball-Pokalsieger FC Liverpool steht überraschend nicht im Aufgebot Spaniens. Trotzdem fanden drei Akteure der „Reds“, Luis Garcia, Xabi Alonso und Torwart Pepe Reina, Berücksichtung. Der Jens-Lehmann-Klub und Champions-League-Finalist FC Arsenal stellt in Cesc Fabregas und Jose Antonio Reyes zwei Spieler im Kader der Iberer. Nationaltrainer Luis Aragones berief nur drei Spieler von Meister FC Barcelona, dafür aber vier Akteure von Rekordchampion Real Madrid.

Schweiz

Mit sieben Bundesliga-Legionären wird die Schweiz antreten. Nationaltrainer Jakob Kuhn berief am Montag Philipp Degen (Borussia Dortmund), Ludovic Magnin (VfB Stuttgart), Tranquillo Barnetta (Bayer 04 Leverkusen), Christoph Spycher (Eintracht Frankfurt), Marco Streller, Ricardo Cabanas (beide 1. FC Köln) und Raphael Wicky (Hamburger SV) in das 23köpfige Aufgebot.

Serbien und Montenegro

Der Schalker Abwehrspieler Mladen Krstajic und der Stuttgarter Angreifer Danijel Ljuboja stehen im Kader Serbiens und Montenegros. 17 Spieler stehen bei ausländischen Klubs unter Vertrag. Namhafteste Spieler im Kader von Trainer Ilija Petkovic sind Mittelfeldakteur Dejan Stankovic (Inter Mailand) sowie die Stürmer Mateja Kezman (Atletico Madrid) und Savo Milosevic (Osasuna Pamplona).

Costa Rica

Ohne Linksverteidiger Roy Miller kommt Deutschlands Vorrundengegner Costa Rica zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Deutschland. Der Profi vom norwegischen Erstligisten Bodö Glimt wurde am Sonntag von Trainer Alexandre Guimaraes als letzter Spieler aus dem erweiterten Kader gestrichen. Neun der 23 Spieler aus dem endgültigen Aufgebot, das am 9. Juni in München gegen das Team von Bundestrainer Jürgen Klinsmann die WM eröffnet, waren bereits 2002 bei der Endrunde in Südkorea und Japan dabei. Der große Star ist Stürmer Paulo Cesar Wanchope, mit 43 Treffern Rekordtorjäger der „Ticos“. Ihr WM-Ticket erhielten auch die Verteidiger Harold Wallace und Michael Rodriguez, die sich nach Knieoperationen rechtzeitig fit meldeten.

Niederlande

Die Niederlande reisen ohne den Torschützenkönig ihrer Ehrendivision zur Fußballweltmeisterschaft nach Deutschland. Klaas-Jan Huntelaar, der in 34 Spielen 33 Tore erzielte, gehört ebenso wie Edgar Davids, Clarence Seedorf und Bayerns Roy Makaay nicht zum 23köpfigen Aufgebot der Nationalmannschaft, das Trainer Marco van Basten am Sonntag vorstellte. Mit dabei sind aber unter anderem Stürmerstar Ruud van Nistelrooy, der bei Manchester United in dieser Saison oft auf der Bank saß, sowie Raphael van der Vaart und Khalid Boulahrouz vom Hamburger SV. Mannschaftskapitän ist der 36jährige Torwart Edwin van der Sar. Die Niederlande spielen in der Gruppe C gegen Argentinien, die Elfenbeinküste und Serbien-Montenegro.

Frankreich

Fabien Barthez hat das Torwartduell in der französischen Fußball-Nationalmannschaft gewonnen. Trainer Raymond Domenech erklärte am Sonntag bei der Bekanntgabe seines WM-Kaders den 34jährigen zu seiner Nummer eins für die Weltmeisterschaft in Deutschland. Einziger Bundesliga-Profi im 23köpfigen Aufgebot der Franzosen ist der Verteidiger Willy Sagnol vom deutschen Meister FC Bayern München. Barthez, mit dem die „Equipe Tricolore“ 1998 die Weltmeisterschaft und zwei Jahre später auch die Europameisterschaft gewann, setzte sich damit gegen Gregory Coupet durch, den Beobachter eigentlich als den besseren Spieler der abgelaufenen Saison sehen.

Für Aufsehen sorgte auch die Berufung zweier Spieler, die bisher keine einzige Nationalmannschaftspartie bestritten: der 23jährige offensive Mittelfeldspieler Franck Ribery und der 27jährige Verteidiger Pascal Chimbonda. Im Falle Riberys gab Domenech dem Druck der Fans nach, die den 23jährigen bereits als neuen Zinedine Zidane feiern. Neben Barthez und Zidane finden sich vier weitere Weltmeister von 1998 in dem Aufgebot: Lilian Thuram, Patrick Vieira, Thierry Henry und David Trezeguet. Keine Berücksichtigung fand Robert Pires. Er spielte zwar eine gute Saison bei Arsenal. Seine Beziehung zu Domenech litt jedoch, nachdem er den Trainer öffentlich wegen dessen Taktik kritisiert hatte. „Das wichtigste Kriterium war Talent“, sagte Domenech bei der Vorstellung seines Kaders. „Aber Erfahrung in großen Turnieren war auch entscheidend“, fügte er hinzu.

Tschechien

Fünf Profis aus der Fußball-Bundesliga stehen im WM-Aufgebot der tschechischen Nationalmannschaft. Tomas Rosicky, Jan Koller (beide noch bei Borussia Dortmund), David Jarolim (Hamburger SV), Jan Polak (1. FC Nürnberg) und Jiri Stajner (Hannover 96) schafften den Sprung in den von Trainer Karel Brückner zusammengestellten Kader. „Ich bin überzeugt, daß die Mannschaft bei der WM ihren spielerischen Höhepunkt erreichen kann“, sagte Brückner am Montag bei der Vorstellung seines Teams.

Weitere Stars im Team des EM-Halbfinalisten sind Torwart Petr Cech (FC Chelsea), der Ex-Hamburger Tomas Ujfalusi (AC Florenz), der ehemalige Fußballer des Jahres von Europa, Pavel Nedved (Juventus Turin), Vladimir Smicer (Girondins Bordeaux), EM-Torschützenkönig Milan Baros (Aston Villa) und Karel Poborsky von Ceske Budweis. Außerdem nominierte Brückner die ehemaligen Bundesliga-Legionäre Vratislav Lokvenc (SV Salzburg) und Marek Heinz (Galatasaray Istanbul).

Japan

Stürmer Naohiro Takahara vom Hamburger SV steht erwartungsgemäß im 23köpfigen Aufgebot von Japans Fußball-Nationalmannschaft. Der künftige Frankfurter, der sich erst am Sonntag mit der Eintracht auf einen Vertrag bis 2009 einigte, ist einer von sechs „Legionären“ im Kader von Trainer Zico. Der brasilianische Coach setzt hauptsächlich auf erfahrene Akteure. Die einzige Überraschung war die Nominierung von Angreifer Seiichiro Maki von JEF United Chiba für Yokohamas Stürmer Tatsuhiko Kubo. „Das ist ein Mannschaft, auf die die Japaner stolz sein können. Wir müssen uns allerdings an den Ergebnissen messen lassen“, sagte der „weiße Pelé“ auf einer Pressekonferenz in Tokio. Die Nominierung von Maki anstelle von Kubo begründete Zico wie folgt: „Kubo war physisch nicht auf der Höhe. Außerdem ist Maki ein ganz interessanter Spieler, der uns neue Optionen eröffnet.“ 11 der 23 WM-Kicker standen schon 2002 im japanischen WM-Team, das als Gastgeber damals das Achtelfinale unter dem französischen Trainer Philippe Troussier erreichte.

Mexiko

Abwehr-As Rafael Marquez vom spanischen Fußball-Meister FC Barcelona und Torjäger Jared Borgetti von den Bolton Wanderers aus der englischen Premier League führen das Aufgebot der mexikanischen Nationalmannschaft an. Am Samstag gab Nationaltrainer Antonio La Volpe die 23 Namen seines Kaders bekannt. Keine Berücksichtigung fand erwartungsgemäß der ehemalige WM-Star Cuauhtemoc Blanco, der nach Ansicht des Coaches nicht in sein System paßt. Im Argentinier Guillermo Franco (FC Villarreal) und dem Brasilianer Sinha (Toluca) gehören auch zwei eingebürgte Spieler dem mexikanischen WM-Aufgebot an.

Angola

Mit zwei vereinslosen Spielern und elf Legionären wird Angola die Fußball-Weltmeisterschaft bestreiten. Trainer Luis Oliveira Goncalves gab am Sonntag in Luanda seinen Kader bekannt, der am 20. Mai in Hannover ankommen und anschließend das Quartier in Celle beziehen wird. Prominentester Spieler ist der 28 Jahre alte Stürmer Akwa. Der erfolgreichste Angreifer Angolas, der früher bei Benfica Lissabon gespielt hat, ist seit der Vertragsauflösung Anfang des Jahres in Katar ohne Verein. Er hat zuletzt beim ehemaligen Meister AS Aviacao in Luanda trainiert.

Trinidad und Tobago

Der langjährige Stürmerstar von Manchester United, Dwight Yorke, ist der bekannteste Spieler im 23köpfigen Aufgebot von Trinidad und Tobago. Der Offensivspieler steht zur Zeit beim FC Sydney unter Vertrag und gewann unter Trainer Pierre Littbarski in diesem Jahr die australische Meisterschaft. Trinidad/Tobagos Auswahltrainer Leo Beenhakker, ehemaliger Bondscoach der Niederlande, nominierte 15 Akteure, die bei Klubs von der britischen Insel unter Vertrag stehen.

Elfenbeinküste

Der Hamburger Bundesliga-Profi Guy Demel wurde vom französischen Trainer Henri Michel ins 23köpfige WM-Aufgebot der Fußball-Nationalmannschaft der Elfenbeinküste berufen. Angeführt wird der Kader des WM-Neulings von Torjäger Didier Drogba vom englischen Meister FC Chelsea. 14 Akteure des Michel-Teams stehen bei französischen Klubs unter Vertrag.

Ukraine

Stürmerstar Andrej Schewtschenko vom AC Mailand führt trotz seiner Knieverletzung das WM-Aufgebot der Ukraine an, dem auch der Leverkusener Angreifer Andrej Woronin als einziger Bundesliga-Profi angehört. Im 23köpfigen Team für die Endrunde der Fußball- Weltmeisterschaft, das Nationaltrainer Oleg Blochin am Montag in Kiew bekannt gab, sind sämtliche Stars dabei. Die erstmals qualifizierte Ukraine trifft in der Gruppe H auf Spanien, Saudi-Arabien und Tunesien.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa/sid
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