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WM-Stadion Frankfurter Schließgesellschaft

 ·  Obwohl kein Wölkchen am Himmel war, mußten die Frankfurter ihr Stadiondach zumachen. Die Fernsehanstalten hatten sich über den Schatten des Videowürfels beschwert. Deshalb gab es in Frankfurt Hallenfußball bei Sommerhitze.

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Jeder Cabriofahrer kennt das Problem. Dach auf, Dach zu - nie ist es richtig. Die Verantwortlichen des Frankfurter WM-Stadions, die ihre Arena so gerne "das größte Cabrio der Welt" nennen, können ein Lied davon singen. Im Winter frieren die Fans bei offenem Dach, die Schneelast könnte zu hoch sein. Im vergangenen Sommer lachte die Welt über den Frankfurter Dachschaden, als die Konstruktion im Finale des Confederations Cups den Platzregen nicht aufhalten konnte und sich ein mächtiger Wasserstrahl auf das Spielfeld ergoß.

Nun mußte Patrik Meyer, der Geschäftsführer der Betreiberfirma, das Dach auf Geheiß der Fifa dichtmachen, obwohl kein Wölkchen am Himmel war. Die Fernsehanstalten hatten sich über den Schatten des Videowürfels beschwert, der in 26 Metern Höhe über dem Anstoßpunkt schwebt. Das Wechselspiel zwischen Licht und Schatten ist dem Zuschauer daheim am Bildschirm nicht zuzumuten, deshalb spielten Südkorea und Togo unterm weißen Zeltdach. An der Seitenlinie und vor einem Tor gab es unter einem gläsernen Dachstück dennoch einen breiten Sonnenstreifen. Die drückende Schwüle bei über 35 Grad machte die 90 Minuten für Akteure und Fans zur Qual. Doch auch im Sonnenschein vor der Arena war jeder Schritt einer zuviel. Vor der Frankfurter Hitze gab es kein Entrinnen.

Eine WM-Premiere war es für den "Hallenfußball" nicht. Die gab es schon 1994 im Silverdome von Detroit beim Spiel zwischen Amerika und der Schweiz.

Quelle: phi., F.A.Z., 14.06.2006, Nr. 136 / Seite 35
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