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Streit über die deutsche Nationalhymne „Ungeheuerlicher Vorgang“

15.06.2006 ·  Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Theo Zwanziger, hat Kritik an der deutschen Nationalhymne als „skandalös“ bezeichnet.

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Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Theo Zwanziger, hat Kritik an der deutschen Nationalhymne als "skandalös" bezeichnet. Zwanziger reagierte damit auf einen Bericht des Sport-Informationsdienstes, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) wolle mit einer Broschüre anläßlich der Fußball-WM gegen die Nationalhymne vorgehen. Das sei ein "ungeheuerlicher Vorgang", sagte Zwanziger.

In der Broschüre "Argumente gegen das Deutschlandlied - Geschichte und Gegenwart eines furchtbaren Lobliedes auf die deutsche Nation" vom 15. Mai werden "Stimmungen des Nationalismus und der ,deutschen Leitkultur'" kritisiert, die sich auch in der Nationalhymne äußerten.

Der Literaturwissenschaftler und Fußballenthusiast Walter Jens hat indes eine neue Nationalhymne mit einem Text von Bertolt Brecht vorgeschlagen. Anläßlich der Fußball-WM sagte Jens am Donnerstag: „Wenn ich an unserem Land etwas auszusetzen habe, dann ist es diese unsägliche Nationalhymne mit dem teilweise unverständlichen Text. Wer weiß denn schon, was ,des Glückes Unterpfand' ist?“ August Heinrich Hoffmann von Fallersleben sei zwar ein „wackerer Patriot“ gewesen, aber sein Text sei nicht mehr zeitgemäß. Dagegen sei Brechts „Kinderhymne“ (“Anmut sparet nicht noch Mühe/Leidenschaft nicht noch Verstand/Daß ein gutes Deutschland blühe/Wie ein andres gutes Land“) ein hinreißender Text. Ihn sollte ein herausragender Komponist für ein neues Deutschlandlied vertonen.

Quelle: F.A.Z., 16.06.2006, Nr. 137 / Seite 1
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