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Sammy Kuffour „Tut mir leid für mich, mein Land und ganz Afrika“

13.06.2006 ·  Sammy Kuffour hätte am liebsten nur noch geweint. Der frühere Bayern-Verteidiger besiegelte mit einem anfängerhaften Fehler die Niederlage Ghanas gegen den WM-Favoriten Italien. Seine Kollegen verkniffen sich jede Kritik.

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Als ihn Vereinskollege Francesco Totti nach dem Schlußpfiff tröstend in den Arm nahm und die TV-Bilder dieser Szene aus dem WM-Stadion in Hannover rund um den Globus flimmerten, hätte Sammy Kuffour am liebsten nur noch geheult. Der verunglückte Rückpaß des ehemaligen Münchners sieben Minuten vor dem Abpfiff hatte die 0:2-Niederlage von WM-Neuling Ghana gegen Italien besiegelt und die letzten Hoffnungen auf ein positives Ergebnis für den viermaligen Afrika-Meister brutal zerstört.

„Es tut mir sehr leid, für mich, meine Familie, mein Land und ganz Afrika“, entschuldigte sich der Verteidiger von AS Rom mit einem Zittern in der Stimme für seinen Anfängerfehler. Beim Rückspiel zu Torhüter Richard Kingston traf Kuffour den Ball nur mit der Sohle, Italiens Stürmer Vicenzo Iaquinta nahm diese Einladung dankend an, trickste den Keeper aus und schob den Ball ins leere Tor.

Kuffours Teamkollegen verkniffen sich nach der Partie jeden Vorwurf an die Adresse des 29jährigen. „So ein Fehler passiert jedem Fußballer mal. Sammy ist ein Riesenkerl und hat in der Qualifikation tolle Spiele gemacht. Er ist einer der Gründe, warum wir überhaupt dabei sind. Da kann man gar nicht böse sein“, sagte der Mainzer Otto Addo. Hans Sarpei vom VfL Wolfsburg ergänzte: „Er braucht von uns keinen Trost, er wird sich selbst aufrichten können.“

In der Tat hatte Kuffour die erste tiefe Niedergeschlagenheit schnell abgeschüttelt. „Unsere Taktik war grundsätzlich in Ordnung, wir hatten einfach Pech. Verbessern müssen wir natürlich die Gefährlichkeit vor dem Tor, sonst werden wir kein Spiel gewinnen“, sagte der Außenverteidiger, der sieben Jahre lang das Trikot des deutschen Rekordmeisters Bayern München trug.

Ob die Ghanaer aus ihrer mißratenen WM-Premiere gelernt haben, müssen sie am Samstag (18 Uhr) in Köln gegen Tschechien unter Beweis stellen. Bei einer weiteren Niederlage wäre das Vorrundenaus wahrscheinlich besiegelt und Kuffours großes Ziel zumindest bei diesem Turnier unerreichbar geworden: „Einmal bei einer WM gegen Brasilien spielen, davon habe ich schon als Kind geträumt.“

Quelle: FAZ.NET mit Material von sid
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