04.07.2006 · Im Prozeß um den bislang größten Fußballskandal Italiens hat der Staatsanwalt die Herunterstufung von Juventus Turin mindestens in die dritte Liga gefordert. Zudem sollen dem Verein die beiden Meisterschaften in diesem und im vergangenen Jahr aberkannt werden.
Im Prozeß um den bislang größten Fußballskandal Italiens hat der Staatsanwalt am Dienstag vor einem Sportgericht in Rom die Herunterstufung von Juventus Turin mindestens in die dritte Liga gefordert. Zudem sollen dem Verein die beiden Meisterschaften in diesem und im vergangenen Jahr aberkannt werden.
Die ebenfalls in den Skandal verwickelten Vereine AC Mailand, Lazio Rom und AC Florenz sollen in die zweite Liga verbannt werden. Insgesamt 25 Personen, darunter Prominenz aus Spitzenklubs und dem Verband, wird vorgeworfen, Fußballspiele über ein korruptes System beeinflußt zu haben. Das in einem Presseraum des römischen Olympiastadions tagende Sportgericht will sein Urteil noch vor dem WM-Finale in Deutschland am 9. Juli fällen. Die Beschuldigten haben bislang die Vorwürfe zurückgewiesen, ein System zur Einteilung von Schiedsrichtern geschaffen zu haben.
Im Mittelpunkt steht der frühere Generalmanager von Juventus, Luciano Moggi. Andere prominente Beschuldigte sind der Vizepräsident von AC Mailand, Adriano Galliani, AC-Florenz-Eigner Diego Della Valle und Lazio-Präsident Claudio Lotito. Staatsanwälte in Rom, Neapel, Parma und Turin führen in der Sache auch strafrechtliche Ermittlungen.