Die 800 in Frankfurt gefundenen WM-Tickets sollen so schnell wie möglich ihren ursprünglichen Besitzern zurückgegeben werden. Man suche derzeit nach einem geeigneten Weg, die Karten zu verteilen, sagte der Sprecher des WM-Organisationskomitees (OK), Gerd Graus, am Freitag in Berlin.
Die 800 Tickets, unter denen auch Finalkarten sind, stammen aus einem Kontingent des FIFA-Medienpartners Organización de Televisión Iberoaméricana (OTI), einem Dachverband von TV-Sendern in Südamerika, Spanien und Portugal. Die Karten kämen keinesfalls in den freien Verkauf, erklärte Graus. In Medienberichten hatte es zuvor geheißen, die Tickets sollten schnell an Fans weitergegeben werden.
Beim Einchecken bestohlen
Die Karten hatte ein namentlich nicht genannter Finder am Donnerstag an einer Frankfurter Straßenbahnhaltestelle entdeckt. Nach Informationen der Polizei waren sie am 1. Juni einem OTI-Offiziellen am Frankfurter Flughafen gestohlen worden, der die Tickets in Frankfurt abgeholt hatte. Während des Eincheckens am Flughafen habe der Mann den Karton abgestellt und sich kurz umgedreht, sagte ein Polizeisprecher. Diesen Moment habe der Dieb genutzt, um mit den Tickets zu verschwinden. Von dem Täter fehlt bislang jede Spur.
Der Finder hatte die in einer Plastiktüte verpackten Tickets am Donnerstag bei den Verkehrsbetrieben abgegeben. Diese hatten den Fund an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) weitergereicht. Das OK will nach Angaben seines Sprechers auch überlegen, wie der Finder belohnt wird.
Fall Ecuador mit Fragezeichen
In einem zweiten Fall prüft das OK, wie Karten aus dem Kontingent Ecuadors an deren Trainingsort Bad Kissingen in den Verkauf einer Ticketagentur gekommen sind. Man habe den ecuadorianischen Verband zu einer Stellungnahme aufgefordert, bislang aber keine Antwort erhalten, erklärte Graus. Der Verkauf der Tickets zu überhöhten Preisen sei nach einer Intervention des OK sofort gestoppt worden.
