Frauen in Iran bleiben nun doch weiterhin als Zuschauerinnen von Fußballspielen ausgeschlossen. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadineschad hat nach der Kritik führender Geistlicher seine Entscheidung zurückgenommen, Iranerinnen den Zutritt zu Fußballstadien zu erlauben.
Das geistliche Oberhaupt Irans, Ajatollah Ali Chamenei, hatte nach Angaben eines Regierungssprechers Ahmadineschads Beschluß kritisiert. Er habe den Präsidenten aufgefordert, die Ansichten der Geistlichen zu respektieren. Es ist das erste Mal, daß sich Chamenei öffentlich gegen eine Entscheidung von Präsident Mahmud Ahmadineschad stellt.
Empörung bei konservativen Klerikern
Ahmadineschad hatte im vergangenen Monat erstmals seit der islamischen Revolution vor 27 Jahren Frauen den Besuch von Fußballspielen erlaubt. Er hatte argumentiert, die Anwesenheit von Familien und Frauen werde die Manieren verbessern und zu einer gesunden Atmosphäre in den Stadien führen. Er forderte sogar, daß Frauen die besten Plätze in den Stadien bekommen sollten.
Dieser Vorstoß hatte Empörung bei konservativen Klerikern ausgelöst. Führende Ajatollahs hatten die Anwesenheit von Frauen in Fußballstadien als Verletzung islamischer Gesetze bezeichnet. Auch das Parlament forderte eine Revision der Entscheidung des Präsidenten.
Nach der Islamischen Revolution 1979 in Iran war Frauen der Zutritt zu Stadien verwehrt worden, in denen männliche Sportler mit kurzen Hosen antraten. Zuletzt hatten Behördenvertreter das Verbot damit begründet, daß es sich für Frauen nicht gehöre, sich in Menschenmengen aufzuhalten, in denen geflucht werde oder es zu schlechtem Verhalten kommen könne. Iranische Sportlerinnen dürfen nur vor ausschließlich weiblichen Zuschauern Fußball spielen. Wenn sie gegen ein ausländisches Team antreten, müssen sie Trainingsanzug und Schleier tragen.
Soveräner Staat
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