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Fußball Beckenbauer im Team Telekom

17.05.2006 ·  Die Deutsche Telekom hat Franz Beckenbauer für eine künftige Fußballberichterstattung gewonnen. Für die Übertragung der Bundesliga hält sie allerdings nur Internet-Rechte. Was das für Premiere heißt? Die Aktie steigt.

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Die Deutsche Telekom hat Franz Beckenbauer für die zukünftige Fußballberichterstattung gewonnen. Damit bestätigte ein Telekom-Sprecher einen Zeitungsbericht. „Wir machen keine Angaben über die Länge des Vertrages oder die Vergütung“, sagte ein Telekom-Sprecher.

Zur Ausgestaltung ihres Fußballangebotes verhandele die Telekom weiterhin mit mehreren Partnern, ergänzte der Sprecher auf Nachfrage. Die Telekom hat die Internetrechte für die Bundesliga. In dem Bericht der „Bild“ hieß es, offensichtlich sei geplant, die Bundesliga im Fernsehen zum Beispiel durch Gründung einer Produktions- und Redaktionspartnerschaft mit der Premiere AG zu übertragen.

Macht die Telekom ernst?

Mit der Verpflichtung von Beckenbauer dokumentiere die Telekom zum ersten Mal, daß sie mit ihren TV-Plänen ernst machen will. Es sei kaum anzunehmen, daß Beckenbauer „nur für ein paar Internet-Surfer“ die Spiele kommentieren soll, schreibt die Zeitung weiter.
Premiere geht weiter davon aus, die Spiele der Fußball-Bundesliga auch ab der kommenden Saison weiter live übertragen zu können (siehe: Premiere sucht den Ausweg durch die Hintertür).

„Nach wie vor ist der Vorstand von Premiere sehr zuversichtlich, bei der Fußball-Bundesliga im Spiel zu bleiben“, sagte Firmenchef Georg Kofler auf der Hauptversammlung am Mittwoch in München. Die Verhandlungen seien fortgeschritten, und es gebe gute Chancen, daß Premiere mit einem neuen Partner als Lizenzgeber auch ab der kommenden Saison die Bundesliga live zeigen könne. Gleichzeitig heizte Kofler den Streit mit der Deutschen Fußball-Liga (DFL) über die Möglichkeit zusätzlicher Live-Übertragungen neu an.

Premiere war bei der Vergabe der Bundesliga-Live-Lizenzen überraschend gegen den zum Kabelnetzbetreiber Unity gehörenden Vermarkter Arena unterlegen, die Premiere-Aktie hat seitdem massiv an Wert verloren. Bereits in der Vergangenheit hatte Kofler immer wieder betont, nach Wegen zu suchen, die Bundesliga trotzdem übertragen zu können.

Kofler will bald etwas sagen

Kofler sagte auf der ersten öffentlichen Hauptversammlung des Konzerns, das Angebot des Partners und von Premiere für die Live-Übertragung der Bundesliga-Spiele solle in Kürze nach Abschluß der laufenden Verhandlungen bekannt gegeben werden. Die Deutsche Telekom erwähnte er nicht explizit. Faktisch habe die DFL die Live-Rechte zwei Mal verkauft - für das herkömmliche Fernsehen und für das Internet. „Besonders beschäftigt hat uns eine Formulierung des Ausschreibungstextes: Dort steht klipp und klar, daß eine Übertragung des Bildmaterials auf Basis des Internet-Protokoll-Standards auch über Kabel, Satellit und terrestrisch möglich ist“, sagte er.

Die DFL vertritt dagegen die Auffassung, daß die Telekom ihre Rechte nur für eine Übertragung im Internet nutzen kann und damit eine Live-Übertragung für Premiere ausgeschlossen ist. Kofler sagte dazu, Ausschreibungsbedingungen dürften nicht im Nachhinein verändert oder neu interpretiert werden „ohne daß der gesamte Bieterprozeß zu hinterfragen wäre“.

An der Börse legte die im Nebenwerteindex MDax notierte Aktie von Premiere um sechs Prozent auf 13,05 Euro zu, da Anleger offenbar auf eine lukrative Bundesliga-Übertragung durch Premiere spekulierten.

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