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Fußball-WM „Deutschland kann nur verlieren“

11.12.2005 ·  Die WM-Gegner haben offenbar keinen Respekt vor Klinsmanns Elf. Die Äußerungen manch gegnerischen Trainers klangen fast schon despektierlich. Zumindest deutsche Politiker sehen gute Chancen für den Gastgeber.

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Der Respekt vor der deutschen Fußball-Nationalmannschaft scheint verloren gegangen zu sein. Nach der Auslosung der Vorrundenspiele der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 am Freitagabend in Leipzig zeigten sich die Trainer der deutschen Gegner in Gruppe A der WM 2006 wenig beeindruckt. Die Äußerungen der Trainer Pawel Janas (Polen), Alexandre Guimaraes (Costa Rica) und Luis Fernando Suarez (Ecuador) klangen fast despektierlich. Janas' These: Eine - nur durch den Confederations Cup als WM-Vorspiel in diesem Sommer unterbrochene - zweijährige Wettkampfpause, wie die deutsche Elf sie habe, schwäche jede Mannschaft.

Andererseits hatte Bundestrainer Jürgen Klinsmann, erst seit Spätsommer 2004 im Amt, auf diese Weise die Ruhe, eine neue, junge Mannschaft zu formen, die nicht permanent unter Ergebnisdruck stand. Klinsmann wirkte nach der Auslosung wie befreit und sagte: „Man hat es gut mit uns gemeint. Wir sind zufrieden. Wir wissen jetzt, woran wir sind, und gehen an die Arbeit. Das ist ein gutes Gefühl. Das Fieber steigt. Jetzt kann es losgehen!“

„Deutschland hat keine Stars mehr“

Wenn Janas, der bei der WM 1974 bei der berühmt gewordenen Regen-Schlacht in Frankfurt gegen Deutschland dabei war, Sätze fallen läßt wie „Deutschland hat keine Stars mehr wie früher, nur noch Ballack. Ich habe Klinsmann als Spieler sehr bewundert; was er als Trainer kann, wird sich zeigen“ oder „Die Deutschen können sich beglückwünschen, Podolski und Klose, die bekanntlich polnischer Abstammung sind, in ihren Reihen zu haben, sonst würde es für sie noch schwerer gegen uns“, dann belegt das: Mit Ehrfurcht wird der Auswahl das WM-Gastgebers wohl niemand begegnen.

Das gilt ebenso für Costa Rica, den Herausforderer im Eröffnungsspiel am 9. Juni in München, dessen Trainer Guimaraes behauptet: „Deutschland hat zwar ein gutes Nationalteam. Aber wir haben nichts zu verlieren, alles zu gewinnen. Bei Deutschland ist es genau umgekehrt. Das ist unsere Chance.“ Gegen Ecuador und gegen Costa Rica hat die deutsche Nationalelf noch nie gespielt, gegen Polen gibt es eine positive Bilanz mit zehn Siegen sowie vier Unentschieden.

Politiker sind optimistisch

32 Mannschaften treten vom 9. Juni an in acht Gruppen a vier Teams an, das Endspiel findet am 9. Juli in Berlin statt. Sport- und Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) setzt bei der Weltmeisterschaft unverdrossen auf den Heimvorteil. „Ich traue der Mannschaft von Jürgen Klinsmann alles zu“, sagte er in Leipzig. Angesichts der Fußball-Begeisterung erinnerte der Minister zudem daran, daß die WM-Endrunde nicht nur ein Sportereignis sei, sondern eine große Chance für Deutschland, sich weltweit zu präsentieren. Deutschland sei ein schönes Land mit einer leistungsstarken, toleranten und weltoffenen Bevölkerung: „Diese einmalige Chance müssen wir nutzen.“

Vize-Kanzler Franz Müntefering (SPD) wertet die deutschen Chancen ebenfalls als positiv. „Wir haben eine junge Mannschaft, und ich bin überzeugt, daß Jürgen Klinsmann sie sehr gut vorbereitet. Er ist auf einem guten Weg. In der Gruppe sind sie für mich der Favorit. „ Die Auslosungsshow in Leipzig war für ihn schon eine gute Visitenkarte Deutschlands: „Es herrschte ein gute Atmosphäre, das war ein gutes Zeichen. Mir hat am besten der kurze Film über Deutschland gefallen, er war ironisiert und mit Witz gemacht. Das war eine gute Sache. Den Film sollte man in Deutschland öfter zeigen.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) versprach noch in Leipzig: „Die ganze Bundesregierung wird ihren Beitrag leisten, daß wir dann gute Gastgeber sind.“

Quelle: F.A.S. vom 11. Dezember 2005
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