31.05.2006 · Auch das noch: Sonderlich beliebt war WM-Maskottchen „Goleo“ ja noch nie, jetzt soll das bedauernswerte Stofftier auch noch gesundheitsgefährdend sein. Öko-Test fand in der Figur Stoffe, die das Hormon- und Immunsystem beeinträchtigen können.
Nach der Pleite des „Goleo“-Herstellers Nici droht dem WM-Maskottchen neues Ungemach wegen angeblich gesundheitsgefährdender Inhaltsstoffe. In einem von der Zeitschrift Öko-Test (Juni-Ausgabe) veröffentlichten Test für WM-Fanartikel wurden an der Plüschfigur „stark erhöhte“ Mengen an Dibutyl-Zinn festgestellt. Als Konsequenz empfehlen die Öko-Tester: „Wir raten davon ab, das Stofftier im Siegestaumel allzusehr zu knuddeln.“
Die Nici AG, insolventer Herstellter der Löwenfigur im Fußball-Leibchen, weist die Vorwürfe zurück. Die aus dem Befund abgeleitete gesundheitliche Gefährdung sei in keiner Weise haltbar, heißt es in einer Unternehmensmitteilung von Dienstag abend. Das Fifa-Lizenzprodukt „Goleo VI“ entspreche wie alle Produkte der Nici AG der europäischen Spielzeugrichtlinie und erfülle die Spielzeugnorm EN 71. Auch gehe das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bei der von der Zeitschrift genannten Dosis nicht von einer Gesundheitsgefährdung der Verbraucher aus.
Krebserreger in Trikots und Fahnen
Dibutyl-Zinn gehört zur Stoffgruppe der zinnorganischen Verbindungen und wird zur Herstellung von PVC, Schaumstoffen und Siliconen verwendet. Laut Öko-Test kann der Stoff das Immun- und Hormonsystem des Menschen beeinträchtigen. Insgesamt waren in dem Test nach Angaben der Zeitschrift von 19 Produkten neun so stark mit Schadstoffen belastet, daß sie mit „ungenügend“ bewertet wurden.
Dibutyl-Zinn sei auch im Trikot der DFB-Nationalmannschaft nachgewiesen worden. In der „WM Wende Bettwäsche Goleo“ wiesen die Tester außerdem das krebsverdächtige Formaldehyd nach. Einen glatten Platzverweis gab es von Öko-Test für die Deutschlandfahne ohne Adler. Darin stecke das krebserregende aromatische Amin Toluylendiamin.