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Telekommunikation Fußball-WM direkt aufs Handy

08.03.2006 ·  Die Deutsche Telekom will die Fußballrechte zur Vermarktung ihrer Breitbandanschlüsse nutzen. Schon vor einigen Monaten hatte sie die Internet-Übertragungsrechte für die Bundesliga erworben. Jetzt wird die Übertragung der WM auf dem Handy geplant.

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Wenn es nach Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke geht, schauen seine Kunden den internationalen Fußballstars demnächst über die Netze seines Konzerns zu. Daher investiert die Telekom kräftig in Übertragungsrechte für die publikumswirksame Sportart. Schon vor einigen Monaten hatte sie die Internet-Übertragungsrechte für die Bundesliga erworben. Jetzt wird die Übertragung der Fußball-Weltmeisterschaft auf dem Handy geplant.

T-Mobile, die Mobilfunktochtergesellschaft der Deutschen Telekom, wird 20 Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft live auf das Handy ihrer Kunden in sieben Ländern bringen. Einen entsprechenden Vertrag hat T-Mobile mit dem Rechteinhaber, der Schweizer Verwertungsgesellschaft Infront, abgeschlossen. Nach Angaben aus Unternehmenskreisen wurde dafür ein mittlerer einstelliger Millionenbetrag in Euro gezahlt. Damit ist T-Mobile die einzige Mobilfunkgesellschaft in Deutschland, die eine Live-Übertragung der Spiele anbietet. Andere Netzbetreiber wie Vodafone und O2 werden nach eigenen Angaben aber auch mit WM-Paketen auf Kundenfang gehen.

Flächendeckendes Angebot

Wie Rene Obermann, der Vorstandsvorsitzende der T-Mobile International, vor der Computermesse Cebit in Hannover ankündigte, werden die WM-Spiele Bestandteil des Fernsehangebotes von T-Mobile sein, das schon zur Cebit auf insgesamt 14 Kanäle ausgeweitet wird. Für die Nutzung dieses Paketes sollen die Kunden von April an entweder einen Tagespreis von 2 Euro oder eine Monatspauschale von 7,50 Euro zahlen. Ein Aufpreis für die Spiele sei nicht geplant, bekräftigte Obermann. Allerdings müssen die Kunden, um den Fußball auf dem Handy zu verfolgen, ein Mobiltelefon besitzen, das den schnellen Datenfunk UMTS beherrscht. Diese Geräte sind allerdings in der fast 30 Millionen Personen umfassenden Kundenbasis von T-Mobile in Deutschland bisher noch nicht sehr verbreitet.

Insgesamt setzt die Deutsche Telekom auf den weiteren Ausbau ihrer schnellen Datenzugänge sowohl im Fest- als auch im Mobilfunk. Entsprechend wird sich der Konzern nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Kai-Uwe Ricke - auch abseits der 3 Milliarden Euro für das regulatorisch umstrittene VDSL-Hochgeschwindigkeitsnetz - den Ausbau der Infrastruktur etwas kosten lassen. „Wir investieren mit Haut und Haaren in die Netze und in Bandbreite“, sagte Ricke in Hannover. Damit sollten Multimedia-Angebote in allen Netzen und möglichst flächendeckend ermöglicht werden. So sollen nach Angaben von Walter Raizner, der im Telekom-Vorstand für die Festnetzsparte T-Com zuständig ist, in diesem Jahr rund 200 Millionen Euro in den Ausbau der Standard-DSL-Versorgung investiert werden.

Mobilfunknetze werden schneller

Damit soll der Prozentsatz der Haushalte, die Zugang zu DSL haben, von derzeit 9 auf etwa 94 Prozent gesteigert werden. Um auch die letzten DSL-Lücken zu schließen, stärkt die Telekom sogar ihr Angebot von DSL via Satellit und senkt die Preise dafür deutlich. Zusätzlich beginnt nach Angaben von Raizner im Mai die Aufrüstung des bestehenden DSL-Netzes auf eine Geschwindigkeit von bis zu 16 Megabit in der Sekunde - was mehr als doppelt so schnell ist wie die bisher schnellste DSL-Variante.

Auch auf diesen Netzen soll nach Angaben von Raizner Fernsehen übertragen werden. So erklärte er in Hannover, zur Fußball-Weltmeisterschaft würden auch Sender mit WM-Übertragung in dem Fernsehangebot der Telekom enthalten sein. Für die Bundesligaübertragung suche die Telekom derzeit noch nach Partnern. Entschieden sei hier aber nichts. Zu den künftigen Preisen der Fußball-Übertragung machte Raizner keine Angaben.

UMTS-Technik wird aufgerüstet

Aber auch die Mobilfunknetze werden schneller. So startet T-Mobile nach Angaben von Rene Obermann in Deutschland zur Cebit die schnellere UMTS-Variante, die auch unter dem Kürzel HSDPA bekannt ist und im Mobilfunk eine Übertragungsrate wie DSL im Festnetz ermöglichen soll. Parallel dazu gab Obermann aber auch bekannt, daß in den deutschen Gebieten ohne UMTS-Versorgung zusätzlich eine Technik installiert werde, die auch hier eine schnelle mobile Datenübertragung ermöglichen soll. Diese wird als Edge bezeichnet und ist immerhin mehr als dreimal so schnell wie ein ISDN-Anschluß. Die Höhe der Investitionen für die Netzaufrüstung bezifferte Obermann auf rund 500 Millionen Euro. Obermann erhofft sich davon eine Steigerung des Umsatzes durch Datendienste, die den derzeitigen Preisverfall im Mobilfunk zumindest kompensieren kann.

Quelle: jcw., F.A.Z., 08.03.2006, Nr. 57 / Seite 18
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