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Recht und Spiele WM-Tickets? Nein, danke

07.06.2006 ·  Kann man überhaupt noch, und wenn ja unter welchen Bedingungen, WM-Tickets verschenken? Deutsche Unternehmen haben Mühe, ihre Kartenkontingente loszuwerden - vor allem, wenn es sich um kostenlose Tickets handelt.

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Frankfurt. Deutsche Unternehmen haben Mühe, ihre WM-Kartenkontingente loszuwerden - vor allem, wenn es sich um kostenlose Tickets handelt. Schon werden Befürchtungen laut, daß Plätze in den Stadien unbesetzt bleiben könnten, obwohl die Nachfrage hoch ist.

Hinter dem zögerlichen Absatz steckt die Angst vor Vorteilsnahme und Korruption. Insbesondere professionelle Einkäufer winken häufig ab, weil ihre Arbeitgeber die Annahme von Tickets generell untersagen (zum Hintergrund siehe ausführlich Recht und Spiele: WM-Karten für Geschäftsfreunde)

Besonders strikte Regeln

Über besonders strikte Regelungen verfügen Handelshäuser wie Metro, Edeka, Lidl und Aldi. In dieser Branche ist die Gefahr besonders hoch, daß sich Lieferanten mit Gratistickets eine Aufnahme ihrer Produkte in den Supermärkten erkaufen wollen.

Aber auch Firmen wie Siemens zeigen sich sensibilisiert: "Es gibt Richtlinien, die für alle Mitarbeiter gelten", sagt ein Sprecher. Darin sei festgelegt, daß Geschenke nur bis zu einem "geringen Wert" angenommen werden; WM-Tickets jedoch lägen deutlich darüber. Beschäftigte der Deutschen Telekom dürfen Gratiseinladungen zum Fußball nur dann annehmen, wenn "die Annahme überwiegend im Geschäftsinteresse liegt". Bei der Deutschen Post ist "gefährdeten Mitarbeitern" eine Ticketannahme von vornherein untersagt.

Vorteilsnahme?

Der Logistikverband BME hatte vergangene Woche nochmals gewarnt: Einkäufer sollten Tickets ablehnen oder zurückgeben. Kostenlose Karten seien als Vorteilsnahme zu bewerten.

WM-Sponsoren und Firmen mit großen Kartenkontingenten ärgern sich über die Diskussion. Der Reifenhersteller Continental hat schon Absagen kassiert. So habe Hannovers OB Herbert Schmalstieg die Einladung ins Stadion "freundlich dankend abgelehnt", sagt ein Sprecher. Wenigstens im eigenen Haus gibt es Abnehmer. Eine "vierstellige Zahl" von Karten sei an Mitarbeiter gegangen - allerdings nicht kostenlos, sondern gegen Barzahlung.

Quelle: tih., Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 04.06.2006, Nr. 22 / Seite 31
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