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Innere Sicherheit „Die Welt vertraut Deutschland“

30.03.2006 ·  Deutschland wird während der Fußball-WM die früheren Grenzkontrollen zeitweise wieder einführen und dazu das Schengen-Abkommen aussetzen. Das sagte Innenminister Schäuble auf einer Sicherheitskonferenz.

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Deutschland wird während der Fußball-Weltmeisterschaft die früheren Grenzkontrollen zeitweise wieder einführen.

Innenminister Schäuble (CDU) hat deshalb den Unterzeichnern des Schengen-Übereinkommens mitgeteilt, daß Deutschland in der Zeit vom 9. Juni bis zum 9. Juli von der Ausnahmeregelung Gebrauch machen könnte, die solche Einreisekontrollen vorsieht, „wenn die öffentliche Ordnung oder die nationale Sicherheit es indessen erfordern“. Mit dieser Ankündigung ergänzt Deutschland die Sicherheitsvorkehrungen zur Weltmeisterschaft.

Störer sollen „besser zuhause bleiben“

Der Innenminister versprach bei einer Tagung vor Polizisten und Sicherheitsfachleuten den WM-Teilnehmern aus 32 Staaten Gastfreundschaft bei hohem Sicherheitsstandard in einer „fröhlichen, einer aufgeschlossenen Nation“. Störer sollten „besser zu Hause bleiben“, warnte Schäuble. „Sie werden hier keine Freude haben. Wer stören will, soll besser fernbleiben. Wir werden Störungen der Weltmeisterschaft nicht akzeptieren und nicht dulden.“

Mit Blick auf einige schwerwiegende Pannen bei Katastrophenübungen der vergangenen Wochen sagte der Innenminister, lernen könne man nur aus Fehlern. Außerdem gelte: „Generalproben gehen schief. Dann wird die Premiere um so schöner“. Bei den deutschen Sicherheitsbehörden und den Helfern gebe es „Wachsamkeit, Lernbereitschaft und Anpassungen bis zum Schluß“, so Schäuble.

„Ich beklage mich nicht, ich ändere das“

Zu den bekannten Mängeln der analogen Funkausstattung der Sicherheitsbehörden Bund und Ländern sagte Schäuble am Montag in Berlin: „Das hat mein Vorgänger (Otto Schily d. Red.) zu Recht beklagt. Nur leider hat er es nicht ändern können. Ich beklage mich nicht, ich ändere das.“ Allerdings wird die flächendeckende Ausstattung mit modernerem Digitalfunk für nicht früher als 2010 erwartet.

Fifa-Präsident Blatter dankte bei der Sicherheitskonferenz dem deutschen Fußball und dem Staat für deren Arbeit. „Die Welt vertraut Deutschland, nicht nur die Welt des Sports!“. Fußball verbinde mehr als eine Milliarde Menschen miteinander „in einer Welt, die immer böser geworden ist, sogar die Natur ist unzufrieden, sogar die Tiere wollen nicht mehr auf dieser Welt sein.“

„Warum sollte man das nicht tun?“

Der frühere Fußballspieler und Weltmeister Franz Beckenbauer befürwortete seinerseits die Einbeziehung der Bundeswehr in die WM-Sicherung. „Warum sollte man das nicht tun?“, fragte er, wenn es darum gehe, den besten Schutz zu organisieren. Beckenbauer erinnerte an die veränderten Sicherheitsbedürfnisse. Bei der Weltmeisterschaft 1966 in England habe man außer ein paar Bobbys zur Verkehrsregelung keine Polizisten gesehen. Bei der deutschen Mannschaftsunterkunft in Mexiko habe es 1970 einen Wachmann gegeben mit einem großen Sombrero, der sei mittags immer eingeschlafen, „auf den Knien lag ein Karabiner der Marke Revolution 1725, falls es da eine Revolution gegeben hat“, sagte Beckenbauer.

Die Sicherheitskonferenz informiert bis zu diesem Freitag über die bislang umfangreichsten Schutzvorkehrungen in Deutschland, die von gewalttätigen Fans (Hooligans) über terroristische Anschläge bis zu Unglücksfällen alle Eventualitäten berücksichtigen sollen.

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