18.05.2006 · „Futsal“ in Königstein: In der Königsteiner Burg wird am 5. Juni das Deutschland-Finale des Hallenfußball-Turniers ausgetragen.
Von Bernhard BienerBisher sind die Brasilianer angekündigt. Jetzt gibt es auch noch ein Endspiel: In der Königsteiner Burg wird am 5. Juni das Deutschland-Finale eines Hallenfußball-Turniers ausgetragen, das der Sportartikelhersteller Nike seit Mitte Februar in Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt und München veranstaltet hat. Die von der Stadt Königstein für das Begleitprogramm zur Weltmeisterschaft beauftragte Agentur hat das Unternehmen, das auch die brasilianische Fußball-Nationalmannschaft ausrüstet, als Partner für das Brasilien-Festival in der Innenstadt gewonnen.
Bei dem Turnier wird „Futsal“ gespielt, eine besondere Variante des Hallenfußballs, bei der die Balltechnik im Vordergrund steht. Körperkontakt ist fast völlig verboten und die Bande nicht ins Spiel einbezogen. Inzwischen etabliert sich Futsal, das 1930 in Uruguay entstanden ist, langsam auch hier als eigenständige Sportart.
Nike läßt Dreierteams gegeneinander antreten, die drei Minuten auf einem 20 mal neun Meter großen Feld spielen. Das Turnier trägt den Titel „Joga3“ und ist Teil der Nike-Fußballkampagne „Joga Bonito“, portugiesisch für „Spiele schön!“ Da die Kampagne der brasilianischen Fußballkunst ein Loblied singt, bot sich die Nähe zum Quartier der Nationalmannschaft an. Deshalb verlegte Nike das Finale von Berlin nach Königstein. Zu gewinnen gibt es eine Brasilienreise. Mehr als 100.000 Teilnehmer zählte das Turnier nach Worten von Unternehmenssprecher Olaf Markhoff in den fünf Austragungsstädten.
Samba, Fußball und Musik
Mit einer Eröffnungsfeier beginnt an Pfingstmontag, dem Anreisetag der Brasilianer, um 17.30 Uhr die Endausscheidung auf der Burg, zu der auch Mannschaften aus Österreich und der Schweiz anreisen. Ein Programm mit Samba-Band, Fußballvorführungen und Musik ergänzt die eigentlichen Spiele, für die zwei Felder im Innenhof aufgebaut werden. Der Eintritt ist zwar frei, aber die Zuschauerzahl wird aus Sicherheitsgründen auf 2000 begrenzt.
Die Chance für einheimische Kicker kommt schon am Morgen des 5. Juni: Dann haben jeweils 32 Mannschaften in den Altersklassen 14 bis 16 und 17 bis 23 Jahre die letzte Gelegenheit, um die Finalteilnahme zu kämpfen. Am Festplatz Konrad-Adenauer-Anlage in der Innenstadt werden dazu ebenfalls zwei Spielfelder aufgebaut. Eine Anmeldung ist am Tag selbst möglich. Jeweils acht Mannschaften der beiden Altersklassen wolle man für Königsteiner Jugendliche freihalten, sagte Markhoff. Sie würden vermutlich über die Schulen oder Vereine besetzt.
Bürgermeister Siegfried Fricke (CDU), dessen Amtszeit in wenigen Tagen endet, zeigte sich zufrieden, daß die Stadt mit dem Turnierfinale Berlin ausgestochen habe. Es sei aber vor allem eine große Chance für die hiesigen Jugendlichen.
Brasilianischer Spieler beim Futsal-Finale?
Zufrieden sein kann die Stadt aber auch, weil der vorgestellte Partner einen „sechsstelligen Betrag“ in das Königsteiner Programm steckt, wie Markhoff sagte. So können sich die städtischen Organisatoren den Aufbau des geplanten „Beach Soccer“- oder Strandfußballfelds sparen, weil die „Futsal“-Felder in der Innenstadt bis zum 16. Juni stehenbleiben. Nike werde das gesamte Programm während des Aufenthalts der Brasilianer unterstützen, sagte Stefan Ruschke, Geschäftsführer der mit den Vorbereitungen betrauten Agentur. Wie sich der von ihm angekündigte „Mehrwert“ niederschlagen wird, mochte er noch nicht konkretisieren.
Mit der Partnerschaft ist nicht nur die schwierige Sponsorensuche vorangekommen, sondern womöglich auch das Weltmeisterschaftserlebnis. Waren bisher die Hoffnungen gedämpft, die abgeschotteten brasilianischen Stars tatsächlich einmal zu Gesicht zu bekommen, könnten durch den Kontakt zum Ausrüster der Nationalmannschaft die Chancen steigen. Markhoff konnte zwar keine Zusagen geben, doch man werde „hart daran arbeiten“, einen brasilianischen Spieler zum Futsal-Finale zu bekommen, versicherte der Unternehmenssprecher.
Bernhard Biener Jahrgang 1964, Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.
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