09.04.2006 · Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums hat angebliche Reisepläne des iranischen Präsidenten dementiert: „Es ist nicht geplant, daß Herr Ahmadineschad nach Deutschland reist und sich dort ein Spiel im Stadion anschaut.“
Der iranische Präsident Mahmud Ahmadineschad kommt anscheinend doch nicht zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Deutschland. Die Sport-Nachrichtenagentur SID zitierte am Sonntag den Sprecher des iranischen Außenministeriums Rza Asafi aus Teheran mit den Worten: „Es ist nicht geplant, daß Herr Ahmadineschad nach Deutschland reist und sich dort ein Spiel im Stadion anschaut.“
Über einen möglichen Besuch Ahmadineschads in Deutschland war in den vergangenen Tagen diskutiert und gestritten worden. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hatte bei einer Veranstaltung des Deutschen Fußballbundes in Bad Boll gesagt: „Er kann natürlich zu den Spielen kommen. Mein Rat ist, wir sollten gute Gastgeber sein.“ Schäuble hatte mit Blick auf antiisraelische Äußerungen des Politikers aber angemerkt: „Es wird nicht ganz einfach sein, weil er Sachen gesagt hat, die man nicht akzeptieren kann.“
Kritik vom Zentralrat der Juden
Der Zentralrat der Juden hatte Schäubles Äußerungen kritisiert. Ahmadineschad hatte international Empörung ausgelöst, weil er mehrfach den Massenmord an Millionen Juden durch die deutschen Nationalsozialisten geleugnet hatte. In Deutschland wird das mit einer Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren bestraft. Zudem hatte Ahmadineschad Israel als einen Tumor bezeichnet, der von der Landkarte verschwinden müsse.
Der Generalsekretär des Zentralrates, Stephan Kramer, hatte zu Schäubles Äußerungen gesagt, wenn das Methode werde, könnten sich andere Holocaust-Leugner und Rassisten entspannt zurücklehnen. Schäuble setze die Glaubwürdigkeit der Bundesregierung im Kampf gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit aufs Spiel.