25.03.2006 · Der Einsatz der Bundeswehr zur Sicherung der Fußball-WM wird voraussichtlich viel umfangreicher ausfallen als bislang geplant. Verteidigungsminister Jung sagte, bis zu 7000 Soldaten stünden im Bedarfsfall bereit. Ursprünglich waren nur 2000 Soldaten im Gespräch.
Verteidigungsminister Franz Josef Jung wird zur Absicherung der Fußball-WM erheblich mehr Soldaten bereitstellen als bisher geplant. „Ich bin mir mit Bundesinnenminister Schäuble darin einig, daß die Bundeswehr im Bedarfsfall bis zu 7.000 Soldaten zum Schutz unserer Bevölkerung und der Gäste der Fußball-Weltmeisterschaft bereit hält“, sagte Jung der „Bild am Sonntag“. Ursprünglich waren nur etwa 2.000 Soldaten im Gespräch.
Insgesamt lägen Jung mehr als 100 Anträge auf Bundeswehr-Hilfe aus Ländern und Gemeinden vor. Das Verteidigungsministerium bestätigte den Bericht weitgehend. Das Blatt beruft sich auf ein Unterstützungskonzept des Ministers für die Bereitschafts-Einheiten. Darin heiße es, „neben Naturkatastrophen und besonders schweren Unglücksfällen können Großschadensereignisse“ während der WM „nicht ausgeschlossen werden“.
Rettungszentrum in Kaiserslautern
Konkret stelle die Bundeswehr Sanitätskräfte, ABC-Abwehreinheiten, Pioniere, Feldjäger mit Sprengstoff-Spürhunden und Hubschrauber sowie Flugzeuge bereit. Weiter heißt es in dem Konzept: „Die in der Bundeswehr vorhandene ABC-Aufklärungs- und Dekontaminationskapazität wird so ausgeplant, daß an jedem Spielort über diese Kräfte verfügt werden kann, um so in kürzest möglicher Zeit nach Alarmierung am Ereignisort zum Einsatz kommen zu können.“
In ständiger Alarmbereitschaft befindet sich laut „Bild am Sonntag“ während der WM das mobile Biowaffen-Labor des Wehrwissenschaftlichen Institutes in Munster. Am Spielort Kaiserslautern unterhält die Bundeswehr ein Rettungszentrum für Notfall-Chirurgie. An den Standorten Bückeburg und Laupheim stehen ständig zwei Großrettungshubschrauber vom Typ CH-53 bereit. Zwei weitere Hubschrauber dieses Typs werden in Reserve gehalten.