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Fußball-Gipfel in Berlin Merkel beschwört den Heimvorteil

 ·  Das Eröffnungsspiel, das Finale und „weitere“ deutsche Spiele will Bundeskanzlerin Merkel während der Fußball-WM besuchen. Damit das auch klappt, stärkte sie dem zuletzt gebeutelten Bundestrainer nach einem Gipfeltreffen demonstrativ den Rücken.

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Fußball-Bundestrainer Jürgen Klinsmann kann bei der WM-Vorbereitung auf Unterstützung von ganz oben zählen: Bundeskanzlerin Angela Merkel stärkte dem 41 Jahre alten Chefcoach am Mittwoch abend demonstrativ den Rücken. „Ich bin überzeugt, daß Jürgen Klinsmann und sein Team auf dem richtigen Weg sind“, sagte die Regierungschefin.

Es sei richtig, auf junge, entwicklungsfähige und begeisterungsfähige Spieler zu setzen, meinte Merkel. Neue Methoden und das Abschneiden alter Zöpfe fänden stets breite Zustimmung, solange der Erfolg anhalte. Wenn nicht, hagele es Kritik. Klinsmann solle sich daher von den jüngsten Angriffen nach dem 1:4-Debakel in Italien nicht beirren lassen, riet Merkel. „Wankelmut schafft kein Vertrauen. Und täglich wechselnde Entscheidungen führen nicht zum Erfolg.“ Das wisse sie aus eigener Erfahrung.

„Nationalelf nicht in Grund und Boden reden“

Merkel appellierte an Medien und Fans, die Nationalelef „nicht in Grund und Boden zu reden“ und sagte: „Lassen wir uns doch überraschen, was in uns steckt.“ Schließlich habe Deutschland bei den Fußball-Weltturnieren immer eine Turniermannschaft gestellt.

Die Bundesregierung werde sich in sportliche Belange nicht einmischen, versicherte die Politikerin augenzwinkernd. Ihre Regierung habe sich zum Ziel gesteckt, Deutschland weltweit wieder an die Spitze zu führen. Doch erscheine ihr das „gleichsam als Nichts“ gegenüber der Aufgabe, die Klinsmanns Kicker vor sich haben. Es gehe nun nicht um Deutschlands Zukunft, sondern die Zukunft des deutschen Fußballs. „Und die ist bekanntlich wichtiger“, scherzte Merkel.

Viel Fußball im Terminkalender der Kanzlerin

Die Kanzlerin hatte Klinsmann, WM-Organisationschef Franz Beckenbauer und DFB-Präsident Theo Zwanziger schon vor längerem zum Abendessen eingeladen. Auch Teammanager Oliver Bierhoff, DFB-Geschäftsführer Horst Schmidt und WM-OK-Vize Wolfgang Niersbach gehörten zu den Gästen, die ein Drei-Gänge-Menü mit regionalen und internationalen Spezialitäten genießen durften.

Merkel, die das Eröffnungsspiel, das Finale und „weitere“ deutsche Spiele besuchen will, gab sich überzeugt, daß die WM „politisch, kulturell, wirtschaftlich“ ein Erfolg wird. Ausdrücklich bedankte sie sich beim OK und speziell bei Beckenbauer. „Ohne Sie hätte Deutschland wohl kaum den Zuschlag für die WM bekommen“.

Beckenbauer bezeichnete die WM im eigenen Land als große Chance. Er versicherte Merkel, seine Welcome-Tour durch alle 31 Teilnehmer-Staaten laufe nach Plan. „Wir blamieren uns dabei nicht.“ In einem Seitenhieb auf Klinsmann sagte er: „Ich freue mich, daß er seinen Wohnsitz in Kalifornien aufgegeben hat. Er hat offenbar von der Sonne genug.“

Der sichtlich nervöse Klinsmann konterte: „Wir werden unser Ding durchziehen, egal wo der Wohnsitz ist.“ Wenn man wie er Neues wage, müsse man einkalkulieren, „daß man was auf die Mütze kriegt“, so wie nach der Niederlage in Florenz. Klinsmann bedankte sich bei Merkel für die Aufmunterung und versprach, die Nationalelf wolle bei der WM „richtig was reißen“.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AP
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