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Fifa Blatter kritisiert WM-Kartenverkauf heftig

06.03.2006 ·  Mit Verwunderung und Unverständnis hat das deutsche WM-Organisationskomitee auf die harsche Kritik von Fifa-Präsident Blatter am Kartenverkauf für die WM im Sommer reagiert. „In Südafrika 2010 übernehmen wir das Ticketing wieder“, kündigte Blatter an.

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Heftig kritisiert hat Joseph Blatter, der Präsident des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa), das Kartenverkaufssystem des deutschen Organisationkomitees für die WM 2006. In einem Interview in der Sonntagsausgabe der "Neuen Zürcher Zeitung" wurde Blatter sehr deutlich: "Ich weiß nicht, wie viele Sitzungen dazu schon stattgefunden haben. Wir kommen mit dem Deutschen Fußball-Bund keinen Schritt weiter. Es wäre wahrscheinlich besser gewesen, wir hätten den Ticketvertrieb übernommen."

Unverständnis zeigte der Fifa-Chef bezüglich der Losrunden im Rahmen der Ticketverteilung. "Die Deutschen wählten ein System, das ich überhaupt nicht verstehe. Ich habe mich von Beginn weg distanziert, aber am Schluß bin ich sowieso an allem schuld. In Südafrika 2010 übernehmen wir das Ticketing wieder", sagte Blatter.

„Äußerungen machen mich sprachlos“

Für Wolfgang Niersbach, den OK-Vizepräsidenten, sind die Aussagen ein "doppeltes Rätsel". "Zum einen weiß jeder, daß gerade 2002 der Kartenverkauf alles andere als reibungslos verlaufen ist. Zum anderen weiß ich von meinem Vizepräsidenten Horst R. Schmidt, dem Fachmann für das Ticketing, daß der gesamte Verkauf ohne Probleme, durchsichtig und nachvollziehbar verlaufen ist." Auch Schmidt zeigte sich überrascht: "Diese Äußerungen machen mich sprachlos. Es war alles mit der offiziellen Fifa-Politik abgestimmt. Über den Kartenverkauf 1998 und 2002 will ich mich nicht äußern."

Auch in die Organisation der WM scheint Blatter kein großes Vertrauen zu setzen: "In Deutschland müssen sie sich anstrengen, wenn sie wiederholen wollen, was 2002 in Südkorea oder 1998 in Frankreich passierte. Man muß erst beweisen, daß die WM so gut wird, wie es die Erwartungen sind." Das einzige Lob von Blatter erhält der Bundestrainer Jürgen Klinsmann. Auf die Frage "Gibt es vorbildliche Trainer-Beispiele?" antwortete der Fifa-Präsident: "Trapattoni. Oder Frank Rijkaard. Oder Jürgen Klinsmann. Die meisten Trainer geben sich nach den Spielen die Hand. Es gibt aber auch andere. Gut ist, wenn der Trainer als Chef gekleidet ist. Er soll ein Monsieur sein."

Quelle: F.A.Z., 06.03.2006, Nr. 55 / Seite 29
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